Bike Fahrerzubehör Schuhe

DMT MTB Winterschuh WM1 im Test

Die Radtour mal wieder aufs Eis gelegt? Keine Lust auf Wind, nasses Wetter und Kälte? Radfahrern macht es der Winter nun wirklich nicht leicht aber das alles ist noch kein Grund das Rad im Keller zu lassen. Mit der richtigen Kleidung ausgestattet, lassen sich auch im Winter einige Highlights im Sattel erleben. Gegen kalte Füße auf dem Trail soll der DMT WM1 Winterschuh helfen…

DMT Winterschuh

Facts/ Technische Daten

Der DMT WM1 gehört zu den eher leichten (330g) Winterschuhen. Für warme Füße sollen zum einen die wasserabweisende microfyber Oberfläche und zum anderen das ebenfalls wasserabweisende Neopren-Innenteil sorgen. Auf Fleece oder ähnliche Fütterung wird verzichtet, was den Schuh auf den ersten Blick eher als Herbst bzw. Übergangsschuh einstuft.

SohleDie Sohle ist größtenteils identisch mit der von Sommerschuhen und als eher hart einzustufen. Zum Einsatz kommt statt griffigem Gummi ein eher nach Plastik anmutendes zwei Komponenten-Profil, das bei Bedarf mit mitgelieferten Eisenstollen ergänzt werden kann.

Für den Verschluss sorgen zwei Drehverschlüsse des bewährten Herstellers BOA. Verstärkte Zehen und Fersenpartien machen den Schuh widerstandsfähig und reflektierende Elemente sorgen für Sicherheit in der dunklen Jahreszeit.

Die Innensohle fällt eher flach und ohne ausgeprägte Stützform aus. Für einen besseren Halt wird im Fersenbereich ein Polster verwendet, dass ein unter anderem ein Herausrutschen beim Ziehen am Pedal verhindern soll. Insgesamt erscheint der Schuh schön steif, passend für Racer und Tourenfahrer. Der Preis liegt bei 169,00€, in Anbetracht der Winterschuh-Konkurrenz ein guter Wert. (zum Vergleich eine kurze Auflistung beliebter Konkurrenten: Northwave Celsius GTX: 179€, Mavic Crossmax Thermo 199€, Vaude Termatic RC: 149€, Shimano SH-MW7: 249€, Diadora Polaris 2: 169€)

Praxistest

Das Anziehen der Schuhe gelingt dank dehnbarem Neopreninnenleben und der Schlaufen äußerst einfach. Den ersten Eindruck würde ich mit den Adjektiven „platt, leicht, race-typisch“ betiteln. Die Innensohle ist flach und schmiegt sich im Gegensatz zu so manchem Race-Schuh nur schwach an die Fußform. Die insgesamte Passform würde ich als eher schmal betiteln, für mich persönlich eher schon zu schmal. Beim Kauf bitte beachten und probieren. Die Größe fällt ansonsten normal aus. Platz für dicke Socken bietet der Schuh durch den schmalen Schnitt nur bedingt. Insgesamt ist der Schuh eher race- statt touren-orientiert.

Das Ein- und Ausklicken des Schuhs gelingt mit SPD Pedalen auf Anhieb und der angenehm fein einzustellende BOA Verschluss schließt den Schuh angenehm fest. Den ersten Metern auf Trails und Straßen stand so nichts im Wege.

BOA VerschlussAls Racer fiel im ersten Anstieg mit Druck auf dem Pedal direkt die nur schwach stützende Innensohle auf. Für etwas mehr Halt und Komfort würde ich definitiv eine stärker vorgeformte Innensohle bevorzugen, die die Kraftübertragung subjektiv angenehmer gestaltet. Im Gegensatz dazu fällt der Schuh schön steif aus und das Trittgefühl ist, nicht zu letzt durch die doch eher dünne Isolierung und das feste Material, direkt. Man hat keineswegs das Gefühl einen Klotz am Fuß herum zu tragen, wie es bei so manchem MTB Winterschuh der Fall ist. Die Kraft aus den Oberschenkeln wird gut aufs Pedal weitergeleitet und der BOA Verschluss sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung, sowie Komfort. Genau nach dem Geschmack von Fahrern, die sonst ihre ultraleichten und direkten Carbontreter gewohnt sind. Bisherige Mankos sind lediglich die flache Sohle und die je nach eigener Fußform eventuell zu Problemen führende schmale Form.

Soweit insgesamt eine gute Performance, die auch Cross-Country und Rennradfahrer zufrieden stellen sollte aber wie sieht es mit der Wärme aus?

Wasserstrahl_DMTDas dünne Material des Schuhs kann Wind und Wasserspritzer wirksam abhalten. Bei moderaten Temperaturen um die 10 Grad Marke bietet der Schuh für mein Empfinden einen sehr guten Wetterschutz und angenehme Wärme. Nur bei extremem Beschuss, von uns nachträglich bewusst überspitzt mit einem Wasserhahn simuliert, dringt Feuchtigkeit durch das Neopren-Innenteil in den Schuh.

Insgesamt war der DMT in dieser Jahreszeit ein wirklich angenehmer Begleiter, gut schützend, nicht zu kalt und dennoch auch für Intervall-Einheiten im Gegensatz zu so manch extremem Winterschuh nicht zu warm und nicht zu klobig. Nur vor großen und tiefen Pfützen sollte man lieber weiterhin einen Bogen machen. Durch das pflegeleichte Obermaterial musste man sich jedoch vor Schlammpackungen nicht verstecken.

Bei diesen Bedingungen kommt der Schuh von DMT an seine Grenzen

Bei diesen Bedingungen kam der Schuh von DMT an seine Grenzen, ergänzende Überschuhe konnten jedoch Abhilfe schaffen

Wird es jedoch klirrend kalt und die Temperaturen pendeln um den Gefrierpunkt, so können das Neopren-Innenteil und das dünne Außenmaterial ohne extra Fütterung nicht mehr für warme Zehen sorgen.

Bei Temperaturen unter 5 Grad mussten ergänzend Craft Neopren Überschuhe her. Mit dieser Kombi hatte ich letztendlich keine Probleme mehr. Temperaturen unter -5 Grad konnten wir bisher nicht testen, erwarten aber eher kalte Füße.

Pro / Contra

Pro Contra
race-ähnlicher Schnitt flache Innensohle ohne große Stützfunktion
geringes Gewicht nicht komplett wasserdicht
direktes Trittgefühl einfache Sohle
guter Wetterschutz bis 5 Grad und darüberhinaus mit Überschuhen nutzbar
bewährtes BOA Verschlusssystem
pflegeleicht
moderater Preis (169€)

Fazit

Der DMT WM1 bietet in den Übergangsmonaten einen wirksamen Schutz vor Kälte, Wind und Feuchtigkeit auf den Trails. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt muss er jedoch für warme Füße mit Überschuhen ergänzt werden. Der WM1 gehört zwar somit nicht zu den wärmsten Schuhen auf dem Markt, bietet aber mit einem geringen Gewicht und einem direkten Trittgefühl ebenfalls seine Stärken. Insgesamt eine gute Empfehlung für den Herbst- und moderaten Winter-Einsatz von Racern.

Anmerkung: Als WMR1 auch als Rennradschuh, ohne MTB Sohle erhältlich.

Erfahrungen zur Haltbarkeit und bei extremsten Temperaturen werden mit der Zeit ergänzt.

Weitere Infos unter: dmtcycling.com/en/mtb

Über den Autor

Dominik V.

Dominik studiert Sport (Wirtschaft und Gesellschaft) in Bielefeld und fährt seit seinem 13 Lebensjahr Mountainbike. Im Renneinsatz ist er für den Radhersteller Müsing-Bikes in der Disziplin Cross-Country unterwegs

3 Comments

  • Kannst du etwas zur „Wasserbeständigkeit“ sagen? Du schreibst ja, man sollte vor großen Pfützen aufpassen … . Liegt das am Obermaterial? Kommt das Wasser dann durch? Wo genau ist der Schwachpunkt? Meist sind es ja die Nähte oder aber die Lasche.

    Bei meinen Schuhen, zieht es durch die Nähte. Sind die einmal nass, dann kann man gar nicht mehr so schnell fahren, wie man … 😉

    • Hallo Rene, das glatte Obermaterial ist soweit wasserdicht und weißt Spritzer und Dreck auch gut ab. Jedoch hat es Luftlöcher und auch von oben kann Wasser hinter es gelingen. Dort sind Neopren Inlay und Außenmaterial nur überlappend aber nicht verschweißt oder versiegelt. Es kann also Wasser an das Neopren-Innenteil gelingen, dass jedoch ähnlich wie bei einem Überschuh Wasser zwar gut abweist aber bei Dauerbeschuss selbst nass und feucht wird. Bei mir kam es schließlich vor, dass sich das Neopren Innenteil quasi vollgesogen hat und so auch Feuchtigkeit an meinen Fuß gelangte.

  • Besten Dank für die Infos! Hilft mir bei der Bewertung weiter. Nasses Neopren ist extrem unangenehm an den Füßen, läuft sich als als würde man in einem Wasserflas stehen 😉 Beim Fahren mag es sicherlich noch unbemerkt bleiben.

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