Allgemein Transport

Eufab Luke – Am Ende seines Lebensyklus?

Der Eufab Luke – Status nach vier Jahren

Vor fast 4 Jahren testete ich den Eufab Luke Träger. Damals überzeugte er mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis und ging letztendlich nicht mehr an Eufab zurück, sondern ist seitdem mein stetiger Begleiter. Nun kamen mit der Zeit schon der ein oder andere Defekt und Gebrauchsspuren hinzu. Ein guter Zeitpunkt um eine Langzeitbilanz zu ziehen. Wie diese ausfällt könnt ihr auf in folgenden Zeilen lesen. Nur eines vorab, geschont haben wir den Träger in dieser Zeit nicht, wie es sich für einen Langzeitcheck gehört.

Wer günstig kauft, kauft zweimal? Nicht ganz. Mit einem Preis von 349 ,- € war der Eufab zum damaligen Testzeitpunkt äußerst fair kalkuliert. Oft trennt sich die Spreu vom Weizen erst nach gewisser Zeit und harter Beanspruchung. Auch hier?

Grundsubstanz

An sich ist der Träger nach seinen knapp 4 Jahren Einsatz noch absolut solide. Das „Maul“ zum Arretieren an der Kupplung schließt einwandfrei und sichert einen gefahrlosen Transport, auch bei flotter Kurvenfahrt oder Ausweichmanövern ohne Verdrehen. Gleiches finden wir auch am großen Mittelträger, von welchem die jeweiligen Haltearme abgehen. Er ist immernoch frei von seitlichem Spiel und musste während der Testzeit lediglich einmal nachgezogen werden.

Hält! – Stabiler Befestigungsmechanismus am Eufab

Doch ganz ehrlich, gäbe es nach lediglich 4 Jahren Nutzung an einem Träger substanzielle Probleme, wäre dies besorgniserregend.

Optischer Zustand

Funktionell lässt sich am Zustand nicht meckern, an der Optik hingegen schon. Klar der Träger war bei uns min. 10.000 km im Einsatz und ein Teil davon auch bei Schnee und Salz. Dennoch sollte er soweit gegen Witterungseinflüsse geschützt sein, dass Rost nach 4 Jahren noch kein Thema ist.

Denn schaut man sich den Träger an, stechen extrem viele rostige Stellen ins Auge. Manche hervorgerufen durch leichter Kratzer von Pedalen, manch andere einfach nur durch normale Benutzung wie an den Führungsschienen. Klar ist der Rost aktuell noch oberflächlich und geht nicht tief ins Material, sieht aber dennoch äußerst unschön aus. Hier ist eine bessere Rostvorsorge dringend notwendig!

Rost soweit das Auge reicht – Nicht gefährlich aber unschön

Letztendlich findet sich nicht nur am Träger selbst Rost, sondern auch an den Schnallen der Haltearme, die vom Salz zumeist unberührt bleiben.

Es hört nicht auf – Auch an Stellen ohne direkten Salzbeschuss finden wir Rost

Defekte während des Dauertests

Größte Schwachstelle des Trägers sind offensichtlich die Haltearme zur Befestigung der Räder. Nicht die zwei kurzen, sondern der lange Arm für Fahrrad Nummer 3 machte mehrmals Probleme. So ist im Arm selbst kein Gewinde, worüber man den Halter arretiert, sondern lediglich eine kleine Mutter eingesetzt, welche mit zwei Schweißpunkten befestigt ist. Diese brach während des Tests zweimal heraus. Das Gute hierbei, solange der Arm noch festgezogen ist hält er auch, ein Verlust des Rades muss also nicht befürchtet werden. Lockert man ihn nun jedoch, ist ein erneutes Arretieren nicht möglich. Einen positiven Aspekt hat die ganze Sache dann doch. So konnten wir auch den Kundenservice von Eufab testen. In beiden Fällen wurde auf Kulanz getauscht. Nicht so schön, auf eine Stellungnahme ob dies ein „Einzelfall“ oder häufiger vertretenes Problem ist, warten wir heute noch.

Rostfrei? – Aber auch nur weil es Haltearm Nr. 3 ist.

Auch eigene Fehler bleiben nicht aus. So zum Beispiel ein etwas zu forsches Zurücksetzen mit krönendem Feindkontakt. Hier kommt die robuste Bauweise des Luke zum Tragen. Bis auf ein zersprungenes Glas und eine leicht verzogene Schiene ließ er sich nichts anmerken.

Passiert – Feindkontakt mit Fels

Komplett ohne Fremdeinwirkung verließ uns jedoch das Nummernschild samt Halter. Hier war wohl das Plastik nach 4 Jahren und etlichen Kilometern am Ende seines Lebenszyklus angelangt.

Brüchig – Die letzten Hinterlassenschaften unseres Nummernschildes

Fazit

Ziehen wir nach 4 Jahren intensiven Einsatzes eine Bilanz, so sind wir zwiegespalten. Rein von der Funktionalität überzeugt der Träger wie am ersten Tag, sitzt immer noch bombenfest auf der Kupplung und hält auch bei Geschwindigkeiten jenseits von Gut und Böse. Wäre da nicht das Problem mit der Verarbeitung. Denn so trübt in Massen blühender Rost das Gesamtbild. Nicht besser wird es durch den langen Haltearm der schon fast im Rhythmus gewechselt werden kann. In unseren Augen ist der Träger somit weniger für Vielfahrer und eher für Gelegenheitsnutzer, die meist bei schönem Wetter unterwegs sind, geeignet.

Leserkomentar

Unser Leser Alex stand vor der Kaufentscheidung für einen 4er Träger und hat sich intensiv mit zwei Kontrahenten des Eufab Luke befasst. Hier zum Abschluss sein Erfahrungsbericht. Vielen Dank Alex!

Hallo Max und evtl. andere Interessierte,
mittlerweile haben wir uns für den Atera Strada Sport M3 mit Zusatzschiene 4. Rad entschieden. Somit kann ich den Peruzzo pure 4 instinct und den Atera gut miteinander (doch immer subjektiv!) vergleichen.
Der Peruzzo hat uns prinzipiell sehr gut gefallen. Ordentliches, schickes Design. Kunststoffteile dort wo die Eufab zu klobig und zu altbacken und (scharf-)kantig aussehen Dies fiel uns während des Tests ebenfalls auf und ist gerade beim Arretieren gefährlich. Absperrbare Kugelkopfverriegelung und per inclusiv-Schloss die Möglichkeit alle Räder abpsperren zu können.
Das Beste am Peruzzo aus meiner Sicht: der Abklappmechanismus. Geht supereinfach. Aus meiner Sicht genial: bei Vollbeladung mit 4 Rädern berühren zwei Kunststoffrollen des Klappmechanismus den Boden und stützen den Träger so bewusst ab, damit nicht zuviel Kraft auf den Klappmechanismus wirkt.
Je nach Beschaffenheit des Strassenbelages muss man auf die Rückleuchten aufpassen, damit die nicht arg verkratzen oder beschädigt werden. Das ist dem Faltmechnismus geschuldet, mit dem man den Träger noch klein zusammenlegen kann.
Unsere beiden größten Kritikpunkte, die der Atera für uns besser erledigt: Die Schienen, die die Laufräder aufnehmen waren für unser Empfinden zu kurz bemessen. Die Räder haben doch deutlich Überstand und das bei einem 26er MTB und einem 28er Damen-Trekkingrad. Das war für uns deutlich zu wenig Sicherheit.
Zweiter Minuspunkt: die Schienen selbst kann man nicht einfach verlängern oder verstellen, man benötigt dazu separat zu erwerbende Zusatzklappen, damit die Laufräder satter aufliegen. Das macht den günstigen Preis wieder uninteressant.
Für etwas mehr Geld für die Zusatzschiene kann der Atera all das erfüllen und überzeugt uns mit weiteren Features wie bombensichere Ratschgurte (mit Stahleinlage), verstellbaren Laufradhalterungen, einfache Montage des Trägers auf der Kupplung (nach etwas Übung), alle Schlösser sind abschliessbar (und mit etwas Bastelarbeit sind die Zusatzschlösser für die Halterung des 4. Rades gleich-schliessbar).
Einziger Kritikpunkt bislang: bei Vollbeladung habe ich beim Abklappen des Trägers kein so gutes und sicheres Gefühl wie beim Peruzzo, bei dem hat das IMO besser funktioniert. Da man aber nicht abgeklappt fährt ist das für uns ein nebensächlicher Punkt. Wenn wir an den Kofferraum müssen, sichert eben die zweite Person den Träger, damit nicht zuviel Kraft auf die Klappgelenke winkt.
Meine Empfehlung: der Atera Strada Sport 3 mit Zusatzschiene.
Übrigens: lt. Atera hat der TÜV bescheinigt, dass eine Zusatzsicherung per Gurt bei ihrem Modell nicht nötig sei. Der Peruzzo hatte dieses Band zum Einhaken an die Heckklappe mitgeliefert.

Grüße, Alex

Über den Autor

Max

Max fährt seit 2010 Downhill und begeistert sich seit 2013 auch für Enduro. Neben dem Mountainbiken ist das Fotografieren und Filmen seine Leidenschaft. Sein bevorzugtes Bike-Revier ist der vordere Odenwald.
RideOn Max

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