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Inside out – der ION Ledge Handschuh

Das Konzept des ION Ledge klingt auf dem Papier ziemlich interessant – die Fingernähte werden außen zusammengefügt, was eine störende Naht im Inneren des Handschuhs vermeiden soll. Die Theorie erscheint einleuchtend und sehr verständlich, doch wie sieht es in der Praxis aus?

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Technische Daten

Zu allererst betrachten wir technisch, womit wir es beim vorliegenden Handschuh zu tun haben.

Der Handschuh ist in 5 Größen erhältlich, sogar für kleinere Hände – XS, S, M, L und XL. Die 2015er Version von dem ION, den wir testen durften, kommt im knalligen Fiesta Red. Die aktuelle Version kommt in der eher dezenteren Zusammenstellung unter dem Namen Crimson Red um die Ecke.

Der Materialmix setzt sich zusammen aus 50% Kunstleder, 25% Spandex, 15% Lycra und 10% Neopren. Die Materialien werden am Handschuh wie folgt zusammengefügt. Mit dem expliziten Hinweis, dass ION Tierliebhaber sind, wird für die Handinnenfläche ausschließlich hochwertiges, synthetisches Kunstleder namens HOLY_COW verwendet. Dreimal stärker als Echtleder, soll es den Grip erhöhen und zugleich das Gewicht senken, da weniger Material verwendet werden muss. Die Handaußenfläche besteht zum Großteil aus FLEX_MESH, welches robust und zugleich elastisch sein soll. Die 10% Neopren kommen beim sogenannten KNUCKLE_PROTECTION zum Einsatz, welches auf eine flexible, widerstandsfähige Art und Weise die Knöchel vor etwaigen Verletzungen schützen soll. Am Handgelenk verschließt ein Klettverschluss den Handschuh sicher, so dass ein Rutschen ausgeschlossen ist.

Verarbeitung

Beim “Reinfahren” in den Handschuh stellt man fest, dass die Theorie anscheinend nicht so funktioniert, wie sie zu lesen ist. Im Inneren stören Nähte an den Fingerkuppen und unter den Fingernägeln.IMG_3651 Nimmt man sich einen Moment Zeit und zieht an jedem Finger ein bisschen herum, dann legt sich zwar das störende Gefühl der Nähte, jedoch wirkt es immer noch wie belegt. Um auszuschließen, dass unser Tester einfach nur sehr empfindlich war, gab er den Handschuh noch an weitere Personen zum Anziehen und alle verspürten dasselbe unangenehme Gefühl.
Jedoch, selbst nach monatelangem Test konnten keine weiteren „Verarbeitungsmängel“ festgestellt werden und somit muss man sich eingestehen: robust ist der ION Ledge definitiv.

Praxistest

Insgesamt ist der ION Ledge von festerem und gleichzeitig schwerem Material, was den Einsatzbereich von DH/Gravity sehr rechtfertigt. Die Kombination von vielen Materialien begünstigt leider auch die Faltenbildung extrem. Der Neoprenschutz auf den Fingerknöcheln bietet selbst bei garstigen Ästen und Sträuchern besten Schutz und bei einem Sturz kann man sich sicher sein, dass zumindest die Hände optimal geschützt sind. Dieser positive Effekt bringt jedoch auch den Nachteil der starken Wärmeentwicklung mit sich. Zwar ist die Handinnenseite mit einer Einzellage Kunstleder genäht, da man jedoch damit den Griff fest umfassen sollte, kommt sehr wenig Luft ran. Der Grip des etwas zu warmen Handschuhs ist ungeheuer hoch und dies ist wahrscheinlich die Haupteigenschaft, die ein solches Accessoire erfüllen sollte.

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Auch der Test mit Telefon und Radcomputer funktionierten überaus erfolgreich. Es fühlt sich zwar so an, als hätte man sehr große Finger, jedoch behindert das keineswegs die Tippgenauigkeit.

Fazit

Im Fazit ist zu sagen, dass der Handschuh wirklich gut in die Gravitydisziplin fällt. Jedoch waren gerade die Nähte, die bewusst nach außen gelegt worden sind, sehr störend. Dabei sind es nicht die Nähte des zusammengesetzten Ober-und Unterteils, sondern die der Stofflagen über den Fingerkuppen selbst, die als sehr unangenehm empfunden werden. Der Grip ist extrem hoch und auch die Bedienung von Mobiltelefonen ist ziemlich easy.

Der UVP von 49.90€ für die von uns getestete Fiesta Red Variante empfand unser Tester als sehr teuer, jedoch ist der Handschuh im Netz auch für weniger zu erhalten.

Über den Autor

Felix

Geboren in der Flachlandregion Niederlausitz und zum Mountainbike gekommen, weil eine dumme Idee im Raum stand - ein XC Rennen zu fahren.
Seit dem sind einige Jahre vergangen und mittlerweile fährt er für die 'IvelRide Racing Dudes’ in nationalen und internationalen Mittel- und Langstreckenmarathons.
Er liebt die Berge und das nicht nur bergab.

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