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26er, 29er, 650B – Ein neuer Standard?

Was ist 650B

Als die ersten mutigen Radler im Jahre 1973 mit ihren Rädern die unwegsamen Hänge des den Mount Tampalais in Kalifornien als Rennstrecke nutzten waren sie auf 27,5“ oder 650B Felgendurchmessern unterwegs. Die damaligen Downhill Bikes wurden übrigens Clunker genannt, was so viel heißt wie Schrott-, oder Klapperkiste.
Später wechselte man auf 26 Zoll Felgen und Reifen, da es für diesen Standard schon Ballonreifen gab, die für dieses Gelände besser geeignet waren.

Technische Merkmale von 650B

Gegenüber einem 26 Zoll Laufrad hat ein 650B etwa 30 mm mehr Durchmesser. Somit ergibt sich mit einem gängigen Reifen von 50 mm Breite ein Radumfang von 2147 mm.
Mit einem 26 Zoll Laufrad mit identischem Reifen sind es 2069 mm und mit einem 29 Zoll 2267 mm Radumfang.

Die Vorteile von 650B

  • Leichter und torsionssteifer als ein 29“ Laufradsatz
  • Leichter zu beschleunigen als ein 29er da das Laufrad leichter ist (weniger außenliegende rotierende Masse)
  • Größere Laufruhe des Fahrrades
  • Besseres Überrollverhalten als ein 26“ Laufrad
  • Das Laufrad ist auf Grund der höheren Flächenpressung in Kurven stabiler zu fahren als ein 29er. Das bringt Vorteile bei engen, langsamen Serpentinen

So ist das 650B Laufrad auch kein Kompromiss aus 26 und 29 Zoll, vielmehr vereinigt es in sich die Vorteile von 26 Zöllern (Gewicht, Torsionssteifigkeit und Agilität) mit den Vorteilen des 29“ Laufrades (erhöhte Laufruhe, Überrollverhalten, erhöhte Kurvenstabilität). Für All Mountain Fahrer die Zukunft!

Kompatibilität

Die gängigsten MTB-Rahmen mit 26 Zoll Laufrädern und einer Reifenfreiheit bis ca. 2,4“ können mit 650B Felgen nachgerüstet werden. Dabei wird von einer Reifenbreite mit ca. 2,1 Zoll oder ETRTO Norm 52-584 ausgegangen.
Bei breiteren bzw. höheren Reifen kann es zu Problemen kommen z.B. Berührungen mit der Federgabelkrone, der Tauchrohrbrücke oder am Hinterbau mit dem Sitz-, bzw. Sattelrohr.
In solchen Fällen ist es notwendig die Federgabel intern um ca. 10 mm zu reduzieren und bei gleichbleibendem Einbaumaß einen Dämpfer mit weniger Hub zu verbauen. Insgesamt ist es leichter die Geometrie von gefederten Rädern an die 650B anzupassen als an 29er (Pedalrückschlag).

Verfügbare Reifen (Stand Januar 2012)

Kenda Nevegal (erhältlich bei TUNE!) — 2.1 und 2.3 Zoll
Schwalbe Racing Ralph (erhältlich bei TUNE!) — 2,25 Zoll
WTB Wolverine — 2,2 Zoll
Pacenti Neomoto — 2,1 Zoll
Pacenti Quaismoto — 2,3 Zoll

Weitere Informationen zum Thema 650B unter: www.tune.de

Der Autor

Über den Autor

Rolle

... ist 51 Jahre alt, verheiratet und hat 3 Kinder.
Außerdem ist er leidenschaftlicher Motorrad- und Radfahrer (auch auf der freien Rolle, deshalb auch der Spitzname).
In seiner Freizeit schraubt er gerne an seinen Oldtimer-Motorrädern.

3 Comments

  • Die Aussage ist nicht richtig….

    „Das Laufrad ist auf Grund der höheren Flächenpressung in Kurven stabiler zu fahren als ein 29er“

    …. Mit Flächenpressung hat das nicht viel zu tun…
    Bei einem 29er verbeißen sich mehr Stollen in den Untergrund. Der Kurvengrip steigt und entspr. sinkt gegenüber 650b die Gefahr wegzurutschen.

    • Hallo Stephan,
      Vielen Dank für deinen Beitrag.

      Mit „der höheren Flächenpressung“ ist hier nicht der Grip in Kurven gemeint, sondern die Stabilität des Reifens auf der Felge.
      Die höhere Flächenpressung verhindert ein seitliches weg drücken des Reifens, was sich in engen Kehren durch einen stabileren Lauf bemerkbar macht.

      Schöne Grüße
      Rolle

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