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Lady-Bikes: Style ist nicht immer alles!

Was macht ein gutes Frauen-Mountainbike eigentlich aus? Eine Frage, welche die Bike-Branche gerade sehr zu beschäftigen scheint. Nun, ich denke das lässt sich pauschal gar nicht beantworten.

Ein schickes Design mit floralem Muster ist ja auch nicht immer alles und trifft zudem den Geschmack der meisten Frauen gar nicht mehr. Klare Formen und weibliche Farben sprechen diese eher an als kitschige Blümchen.

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Die Komponenten sollten natürlich dem Einsatzzweck entsprechen und nicht bei der ersten Ausfahrt den Geist aufgeben. Zudem spielt gerade für die weibliche Fraktion das Gewicht eine große Rolle. Was bringt das schönste Bike, wenn es 15 Kilo wiegt und Frau es den Berg hoch wuchten oder gar absteigen muss. Ein weibliches Bike zeichnet sich zudem durch ein tiefes Oberrohr aus. Das erleichtert das Auf- und Absitzen im Gelände.

Specialized hat sich diesem speziellen Thema der Geometrie angenommen und mit dem Specialized Rumor, das neue 29er Trail Bike vorgestellt. Die Überstandshöhe über dem Oberrohr wurde hier verkleinert so, dass auch Fahrerinnen mit kurzen Beinen über ihrem Rad stehen können ohne mit dem Oberrohr in Kontakt zu kommen. Dies führt zu mehr Sicherheit und einen kontrollierteren Umgang mit dem Bike.

Das Specialized Rumor 29‘‘ Trail Bike

Für eher abwärtsorientierte Mädels, könnten das neue PROPAIN TYEE FLO – Enduro Bike interessant sein. Dieses ist technisch dem regulären TYEE Endurorahmen angepasst,  wurde jedoch speziell für Frauen zusätzlich in Rahmengröße XS produziert. Das TYE FLO ist in drei verschiedenen Ausstattungsvarianten und zwei unterschiedlichen Design zu haben. Die Top-Variante bringt dabei nur 13,4 Kilo auf die Waage.

Ich habe dazu mal Anna Raecke befragt, die an der Entwicklung des TYEE FLO beteiligt war.

Anna, freut mich, dass du dir die Zeit nimmst um mir ein paar Fragen zu beantworten. Legen wir los:

Worauf habt ihr genau bei der Entwicklung geachtet?

„Zunächst haben wir Mädels alle Entscheidungen getroffen, wie z.B. in welchen Größen es das Bike geben sollte, welche Komponenten dran müssen, wie breit der Lenker sein soll, auch die Farbe haben wir uns ausgesucht.“

Was ist der größte Unterschied zu einem Männerbike?

„Zum einen gibt es das Bike schon ab der Größe XS, und das Steuerrohr ist deutlich niedriger als bei gewöhnlichen Bikes. Außerdem werden die Federelemente von Tuning-Profi Gino Schlifske (Flatout-Suspension) auf die Fahrerin abgestimmt.“

Was für Vorteile bietet das PROPAIN Lady Bike für Frauen?

„Aufgrund des niedrigen Steuerrohrs haben auch kleine Frauen genügend Beinfreiheit und können beispielsweise an schwierigen Passagen absteigen ohne umzufallen weil sie auch im steilen Gelände auf den Boden kommen. Das gibt viel Sicherheit. Außerdem ist das Bike extrem leicht und mit den abgestimmten Federelementen kann man den Federweg voll nutzen. Und wer auf schlichte Farben steht kann den Rahmen in Raw bestellen und bei den Anbauteilen zwischen 11 verschiedenen Farboptionen wählen, SIXPACK RACING sei Dank.“

Das PROPAIN TYEE FLO Lady-Bike

Da die Auswahl der speziell für Ladies produzierten Bikes jedoch noch sehr gering ist, kann man natürlich auch problemlos auf eine „normale“ Männervariante ausweichen. Wenn denn die Geometrie passt und der Rahmen nicht allzu groß ist. Ein gutes Beispiel hierfür das neue HERB Trial Bikes von LAST. Dieses verfügt über eine absenkbare Sattelstütze, was für steile Abwaärtspassegen nur zu empfehlen ist. Durch das tiefe Oberrohr kann das Herb auch gut von der weiblichen Fraktion gefahren werden. Mit knapp 15 Kilo Gesamtgewicht kommt es allerdings etwas protziger daher als beispielsweise das TYEE FLO. Fahrspaß bieten die 160mm Federweg vorne und hinten aber auf jeden Fall!

Das HERB 160er Trial Bike

Generell kann man aber sagen, Frau muss sich einfach auf ihrem Bike wohlfühlen. Dann steht dem Spaß auf flowigen Trails oder im Bikepark nichts mehr im Wege.

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Rund ums Rad | Outdoortest-Team

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