Radtouren

Radrunde Allgäu (Teil 1)

Dieser Tour liegt die Radrunde Allgäu zugrunde. Sie wurde im Jahre 2013 erstmalig komplett ausgeschildert und führt durch Baden-Württemberg, Bayern und Tirol. Die äußere Runde hat 450 Kilometer. Es sind aber auch Teilstrecken quer durch die Runde ausgeschildert, die insgesamt 9 Variationen zulassen. Wir hatten uns in unserer ersten Planung für die komplette Runde entschieden.

Rast am großen Alpsee

Vorbereitung

Die komplette Radrunde Allgäu

Die komplette Radrunde Allgäu *

Zur Vorbereitung unserer jährlichen Gepäcktour sind wir im Frühjahr 2013 auf die neu eingerichtete Radrunde Allgäu gestoßen. Nach Sichtung der Informationen  war schnell klar: die wollen wir fahren. Die Eckpunkte der Tour: ca. 450 km, beherrschbare Höhenmeter. Das hat uns die Entscheidung leicht gemacht. Bei der Detailplanung haben wir uns der allgemeinen Empfehlung angeschlossen, in der Hochsaison die Zimmer vorab zu reservieren. Die Anreise sollte mit dem Auto nach Memmingen erfolgen. Dort hatten wir ein Parkhaus ausfindig gemacht, wo wir das Auto für wenig Geld stehen lassen konnten. Der gpx-Track der Radrunde war auf einem Garmin Edge 800 gespeichert, weitere Infos auf dem Smartphone und ein bißchen Papier wollten wir auch mit nehmen.

Anreise

Die Anreise erfolgte unspektakulär mit dem Auto nach Memmingen. Die gut versteckte Einfahrt zum Parkhaus haben wir nach zwei Runden durch die Innenstadt auch gefunden.

Unser ursprüngliches "Roadbook"

Unser ursprüngliches „Roadbook“

Die Räder aus dem Auto holen und zusammenbauen (Vorderrad und Sattel wieder einbauen) ging recht schnell. Taschen befestigen, Radklamotten anziehen und dann konnte es los gehen. Kaum hatten wir unsere Räder aus dem Parkhaus geschoben, zeigte sich, dass der Wetterbericht wohl doch korrekt war: Es schüttete wie aus Eimern. Was nun? Die erste Halbetappe in strömendem Regen fahren und sich gleich die Laune verderben? Wir haben kurz entschlossen umdisponiert und die erste Halbetappe vorläufig gestrichen. Also die Räder wieder eingepackt und per Auto nach Bad Wurzach. Am nächsten Morgen hat uns unser Wirt angeboten, das Auto für die Woche bei ihm in der Garage zu lassen. Das haben wir dann auch gemacht.

Erste Etappe:
Bad Wurzach – Isny

Das Schloss in Bad Wurzach

Das Schloss in Bad Wurzach

Am nächsten Morgen konnte es gegen 9:00 Uhr dann endlich richtig losgehen, immer dem Track auf dem Garmin nach. Das Wetter hatte aufgeklart und sollte dann auch für den Rest der Reise schön bleiben. Über Immenried ging’s nach Kieslegg, wo wir erst mal Verpflegung eingekauf haben. Weiter über Wolfegg, Waldburg mit einem schönen Bilck auf die gleichnamige Burg und Amtzell nach Wangen, dem bisher größten Ort auf unserer Tour.

Die Waldburg

Die Waldburg

Der Weg führte nicht nur an diesem Tag weitgehend über Feld- und Waldwege, asphaltierte Nebenstrecken und nur selten wirklich an einer befahrenen Straße entlang. Allerdings haben wir hier auch ein Waldgebiet durchquert, wo uns ohne Garmin erhebliche Zweifel gekommen wären, ob wir noch auf dem richtigen Weg waren. Von Wangen aus waren es dann auch nur noch gut 20 km bis zu unserem ersten Etappenziel Isny. Da waren wir dann um 15:30 und haben ohne Schwierigkeiten das reservierte Hotel gefunden.

Statistik:
90 km, ca. 5 Stunden Fahrtzeit, lt. Garmin 1.139 hm

Zweite Etappe:
Isny – Immenstadt

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann gegen 9:00 Uhr auf die zweite Etappe.

Rast am großen Alpsee

Rast am großen Alpsee

Über Marienhöfen und Schönau ging unser Weg vorbei an Rothenbach erst mal nach Lindenberg. Weiter durch Schönegg nach Weiler im Allgäu, wo wir für Nachschub gesorgt haben. Knapp die Hälfte der geplanten Tagesetappe war damit schon absolviert. Über Oberreutte ging es weiter in Richtung Stiefenhofen. Nach einer ausgiebigen Rast führte der Weg hinter Stiefenhofen erst mal bergab nach Oberstaufen und dann mehr oder weniger eben am Alpsee entlang nach Immenstadt, das wir wir kurz nach 15:00 Uhr erreichten.

Statistik:
75 km, knapp 4:45 Stunden Fahrtzeit, lt. Garmin knapp 992 hm

Dritte Etappe:
Immenstadt – Wertach

Rast in Bolsterlang

Rast in Bolsterlang

Wie immer sind wir gegen 9:00 Uhr auf die Piste. Erst mal aus Immenstadt raus und dann durchs Illertal, westlich an Sonthofen vorbei nach Westerhofen. Nach dem Verlassen des Illertals geht’s dann ordentlich bergauf nach Ofterschwang und in Richtung Hörnerdörfer.

Bei unserer Rast am Rande von Bolsterlang sahen wir den einen oder anderen Gleitschirm einschweben. Sehr majestätisch. Von hier rollen wir bergab über Fischen noch einmal nach Sonthofen. Da ist die Schleife in Richtung Oberstdorf zu Ende. Wir fahren durch die Stadt und erreichen kurz vor Rauhenzell den für heute niedrigsten Punkt unserer Reise. Von nun an geht’s bergauf, und das teilweise heftig. Und heiß ist es auch noch. Vorbei am Rottachspeicher erreichen wir kurz vor Oy-Mittenberg mit 924 ü.NN den höchsten Punkte unserer Reise. Von da an rollen wir gemütlich die letzten 10 km zu unserem Etappenziel. Eine letzte Steigung kurz vor Wertach schockt uns dann auch nicht mehr. Kurz nach 14:30 Uhr steigen wir vom Rad und brauchen erst mal was Kaltes zu trinken.

 Statistik:
70 km, knapp 4:15 Stunden, lt. Garmin 872 hm

Intermezzo: Neue Planung

Der Tag heute war sehr warm, die Steigungen in der prallen Sonne haben nicht wirklich Spaß gemacht. Vor uns eine geplante lange Etappe mit einigen weiteren Steigungen. Der Frust war absehbar. Was nun? Wir beschlossen, auf einem direkteren Weg über Rettenberg nach Immenstadt zurück zu fahren. Von da sollte es dann auf dem Illerradweg über Kempten zurück nach Bad Wurzach gehen. Für die Übertragung auf den Garmin brauchten wir allerdings Unterstützung. Bei Allgäu DSL hat man uns erlaubt, die gpx-Files vom Smartphone auf den Garmin zu übertragen. Und schon hatten wir wieder die nötigen Infos um unsere Reises später auch auf dem Illerradweg mit Garmin-Unterstützung fortzusetzen. Dafür noch einmal ein spätes „Danke schön“ nach Wertach. Das reservierte Hotelzimmer in Marktoberdorf haben wir auch noch rechtzeitig storniert.

Vierte Etappe:
Wertach – Bad Grönenbach

Gegen 9:00 Uhr machten wir uns auf den Weg. Die von unserer Wirtin empfohlene Alternativroute nach Rettenberg hatte zwar am Anfang eine knackige Steigung, war dann aber angenehm zu fahren. Der Weg an Immenstadt vorbei (das kannten wir ja schon) war nicht schwer zu finden. Hinter Seifen ging es dann auch ohne weitere Umwege auf den Illerradweg.

Höhenprofil Etappe 4

Höhenprofil Etappe 4 **

Der Weg war an diversen Stellen neu geschottert. In dem groben und vor allem tiefen Illerkies war nicht wirklich gut zu fahren, aber wir haben es gemeistert ;-).

In Kempten war es uns noch viel zu früh, die Etappe zu beenden. Also zurück zu unserer normalen Vorgehensweise: Am frühen Nachmittag mal überlegen, wie weit wir noch fahren wollen, gucken, wo es da in der Nähe ein Hotel gibt und telefonisch ein Zimmer reservieren. So einigten wir uns auf Bad Grönenbach als Ziel unserer Illeretappe. Auf den letzten 15 km kamen wir dann allerdings noch das eine oder andere Mal böse ins Schwitzen. Es war irre heiß und 13% Steigung bei 40 Grad waren eine echte neue Erfahrung, aber es hat Spaß gemacht.

Statistik:
72 km, gut 4:20 Stunden, lt. Garmin gemütliche 468 hm mit einigen „High“lights

Ausrollen: Bad Grönenbach – Bad Wurzach

Nach einem leckeren Abendessen und ausreichend Schlaf geht es auf die letzte Halbetappe, Start wie üblich gegen 9:00 Uhr. Die Etappe erweist sich als ideal zum Ausrollen. Eine ernsthafte Steigung, bei der wir mit Begeisterung den einen oder anderen E-Biker stehen lassen. Schneller als gedacht sind wir wieder in Bad Wurzach und haben gegen 12:00 Uhr auch schon unsere Räder im Auto verstaut. Noch ein Dank an den Hotelier, der uns so großzügig einen Platz in seiner Garage spendiert hat und schon geht es wieder in Richtung Autobahn und nach hause.

Statistik:
43 km, knapp 2:20 Stunden, lt. Garmin 462 hm

Gesamtstatistik:

352,27 km, 21 Stunden, lt. Garmin 3.933 hm

Hier könnt ihr nun noch die kompletten .gpx-Files herunterladen um die Tour nachzufahren.

Fazit

"Unsere" Radrunde Allgäu

„Unsere“ Radrunde Allgäu ***

Wir sind die Tour mit einem Cube Cross und einem Stevens S6 gefahren und hatten damit, wie erwartet,  keine Probleme. Im Gegenteil haben wir es auf vielen Streckenabschnitten bedauert, dass wir nicht mit den Rennrädern unterwegs waren.

Die Radrunde Allgäu ist eine feine Sache, die GPS-Tracks sind perfekt zu fahren. Wir haben die gesamte Tour mit einem Garmin Edge 800 aufgezeichnet (s. Grafik).  Darin enhalten sind alle Abweichungen zur Futtersuche, Suche einer Unterkunft und ganz gelegentliche Navigationsfehler. Der .gpx-File ist im  Download enthalten.  An Höhenmeter hat der Garmin übrigens barometrisch in Summe 3.933 m aufgezeichnet. Hier irrt also Bikemap 😉

Das Allgäu hat uns so gut gefallen, dass wir in der Zwischenzeit noch zweimal da waren. Dabei hatten wir dann allerdings unsere Rennräder im Gepäck und haben einmal in Füssen und einmal in Isny eine Ferienwohnung bezogen.

Auf die Radrunde Allgäu kommen wir sicher noch einmal zurück, schließlich haben wir ja noch eine „Rechnung“ offen und wollen den zweiten Teil gerne auch noch fahren. Dann gibt es hier vielleicht auch einen Bericht „Radrunde Allgäu (Teil 2)“

* Die Routengraphik wurde mit GPX-Editor hergestellt
** Das Höhenprofil wude mit Sporttracks hergestellt
*** Die Routengraphik wurde mit GPSies hergestellt

Über den Autor

Klaus

Im August 2017 habe ich mit Dominik Rund ums Rad übernommen. Seit dem kümmere ich mich um die Beschaffung von Testmaterial sowie um die vertraglichen und juristischen Aspekte unseres Blogs.

Ich bin am liebsten auf dem Rennrad und im Sommer auf dem Triathlonrad unterwegs. Aber auch für längere Gepäcktouren steht ein passendes Rad bereit.

Mein Faible für allerlei technische Spielereien sollte inzwischen allgemein bekannt sein

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