Bike Helme

Rudy Project Windmax – Helmtest 2015

Ein Fahrradhelm ist für jeden Radfahrer ein entscheidender Teil seiner Überlebensausrüstung. Beim Tragen sollte man sich wohlfühlen und der Helm sollte einfach an die jeweilige Kopfform angepasst werden können.
Für unseren Helmtest stand uns als weiterer Helm der Windmax der Firma Rudy Project zur Begutachtung zur Verfügung. Auch diesen Helm haben wir unseren Tests unterzogen.

Rudy Project Windmax

Rudy Project Windmax

Technische Daten

Thema Info
Gewicht  240 g, nachgewogen in Größe 54-58
Preis  UVP: 179,95 €
Internet: 139,90 – 179,95 €
Sicherheitsstandards CE 89/686 EEC,   EN 1078
Material keine Materialangaben
Innenhelm auch an den Kanten vollständig umhüllt
Farben
  • RED – WHITE (SHINY)
  • BLACK – YELLOW FLUO (MATTE)
  • LIME FLUO – BLUE (SHINY)
  • YELLOW FLUO – BLACK (SHINY)
  • WHITE – SILVER (SHINY)
Lüftungsöffnungen 21
Größen
S-M: (54-58 cm),L: (59-61 cm)
Belüftung völlig ausreichend
Geräuschentwicklung moderat
Ersatzteile umfängliche Liste von Ersatzteilen
Lieferumfang Helm mit Insektennetz, Ersatzpolster, zwei Visiere, Helmbeutel

 

Verarbeitung

Die äußere Kunststoffhülle reicht über die Helmkante und bedeckt überall die komplette Unterkante (s.Foto).

Die Schaumstoffpolster im Inneren sind groß und gut verarbeitet. Man kann sie auswechseln. In der vorderen Hälfte des Helms gibt es ein Insektennetz, das ebenfalls ausgewechselt werden kann. Das Gurtsystem ist direkt im unteren Rand der Helmschale befestigt.

Die vordere Helmkante sitzt direkt auf der Stirn auf.

Rudy Project Windmax Innenseite

Rudy Project Windmax Innenseite

 

Optik

Der Helm wirkt, besonders in der Farbe „WHITE – SILVER (SHINY)“ her schlicht und unauffällig. Müsste ich ein Prädikat vergeben, würde ich für „schlicht, aber edel“ plädieren. Den Helm gibt es zusätzlich in den Farben RED – WHITE (SHINY, BLACK – YELLOW FLUO (MATTE), LIME FLUO – BLUE (SHINY) und YELLOW FLUO – BLACK (SHINY),

Ersatzteile/ Zubehör

Rudy Project Windmax Zubehör

Rudy Project Windmax Zubehör

Zusätzliche Innenpolster, zwei Visiere (Rennrad bzw. Mountainbike) und ein Transportbeutel werden mitgeliefert.

Es steht eine umfangreiche Liste von Ersatzteilen zur Verfügung.

Praxistest

Anpassung

Rudy Project Windmax Drehrad zur Größeneinstellung

Rudy Project Windmax Drehrad zur Größeneinstellung

 

Rudy Project Windmax Höhenverstellung

Rudy Project Windmax Höhenverstellung

Die Einstellung der Kopfgröße erfolgt mit einem großen Drehrad am Hinterkopf. Damit kann man in ausreichend kleinen Schritten die notwendige Einstellung vornehmen.
Dazu kommt für den Komfort eine Möglichkeit, die Höhe Gurtsystems einzustellen.

 

Rudy Project Windmax Verstellung vorne-hinten

Rudy Project Windmax Verstellung vorne-hinten

Rudy Project Windmax Kinnverschluss

Rudy Project Windmax Kinnverschluss

Das Gurtband lässt sich leicht und stufenlos einstellen. Allerdings lässt die Fixierung der der Balance vorne-hinten Wünsche offen. Und mit dem Verschluss kann man schließlich den Helm unter dem Kinn fest verschließen. Der Verschluss ist mit einem Polster unterlegt und sitzt so angenehm unter dem Kinn.

Na ja, und dann muss man nur noch die perfekte Einstellung finden. Nach aller Erfahrung ist das ein iterativer Prozess. Erst mal so einstellen, dass es sich gut anfühlt und dann auf’s Rad, die eine oder andere Proberunde fahren und ggf. nachjustieren. Da alle Einstellungselemente leicht erreichbar sind, ist das auch nicht wirklich ein Problem. Allerdings war die Einstellung für meinen Kopf so, dass der Helm sich nicht nach vorne oder hinten verschieben ließ sehr aufwändig. Um dem Helm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, haben wir unser „Kopf-Modell“ bemüht und festgestellt, dass sich da die Einstellung eher problemlos durchführen ließ. Ist die Einstellung abgeschlossen, kann das ganz normale Fahren beginnen. Dabei werden wir dann hoffentlich weitere Eindrücke sammeln.

Tragekomfort

Nachdem er einmal eingestellt ist, sitzt der Helm gut und leicht auf dem Kopf. Da der Helm auf der Stirn aufliegt, hat er bei mir etwas gedrückt, wenn der Drehverschluss zu eng gestellt war. Aber das ließ sich leicht korrigieren. Dadurch dass der Helm direkt auf der Stirn aufliegt, hat sich in den Stirnpolstern der Schweiß gesammelt. Irgendwann fließt der Stau dann ab. Das ist mir auf einer bergab Strecke auf dem Triathlonlenker mit über 50 km/h passiert und war nicht besonders angenehm.

Belüftung

Mit den 21 Lüftungsöffnungen kommt ausreichend Luft in den Helm.

Geräuschentwicklung

Naturgemäß nimmt die Geräuschentwicklung bei höheren Geschwindigkeiten zu. Gefühlt hätte man sich auch bei 60 km/h noch verständigen können. Wenn man den Kopf in Aeroposition bringt, ist der Windmax erstaunlich leise.

Fahrtest

Gefahren sind wir den Helm auf Rennrädern (Cucuma Foía), (Cucuma Soleil) und auf einem Triathlonrad (Cucuma Veloz Pro2). Dabei haben wir darauf geachtet, ob der Helm auch in diesen sehr unterschiedlichen Sitzpositionen und bei den naturgemäß unterschiedlichen Geschwindigkeiten angenehm zu tragen ist. Weitere Aspekte waren, wie oben schon angeführt, die Belüftung und die Geräuschentwicklung.

Insgesamt wurde der Helm im Rahmen des Tests mehr als 300 km gefahren. Die Durchschnittstemperaturen lagen zwischen 16 °C und 23 °C . Es herrschten also nicht gerade hochsommerliche Temperaturen, was die Aussagen über Belüftung bzw. Wärmeentwicklung etwas einschränkt.

Insgesamt kam ich unter dem Helm schon ins Schwitzen.
Die Geräuschentwicklung ist je nach Geschwindigkeit und vor allem Kopfhaltung sehr unterschiedlich. Bei aufrechter Sitzposition ist der Helm bis ca. 30 km/h fast ein „Flüsterhelm“. Die Lautstärke steigerte sich naturgemäß zwischen 30 und 60 km/h. Aaaaber je konsequenter man die Kopfhaltung aerodynamisch ausrichtet, desto leiser wird das Ganze wieder. Sehr interessant!

Die Kinnriemen haben auch in den unterschiedlichen Sitzpositionen und damit bei unterschiedlicher Kopfhaltung nicht gespannt.

Pros und Contras

Und hier noch einmal die Pros und Cons, die uns im Umgang mit dem Rudy Project Windmax aufgefallen sind.

Thema Info
Leicht einzustellen Wird je nach Kopfhaltung und Sitzposition auf dem Rad unterschiedlich laut
Sitzt gut Im vorderen Polster kann sich Schweiß sammeln, der dann in einem Schwall austritt
Ist gut belüftet Gurtsystem ist ein bißchen „lappig“
Drehrad schön groß Balanceeinstellung vorne-hinten könnte besser sein

Fazit

Ich denke, mein Kopf ist eher schmal und ich hatte Probleme, den Helm für mich passend einzustellen. Renate als zweite Testerin hatte da den passenden Kopf. Bei ihr ließ sich der Helm so einstellen, dass er gepasst hat und ein Abstreifen des Helms nach vorne oder hinten nicht mehr möglich war.
Das Drehrad zur Größeneinstellung ist schön groß, so dass man den Helm sogar beim Fahren bei Bedarf enger oder weiter stellen kann.
Dass man auch über die seitliche Höhenverstellung die Anpassung an die Kopfform unterstützen kann, ist eine zusätzliche Hilfe.
Der Helm und die Pads sind gut verarbeitet. Das Gurtsystem ist ein bißchen lappig.
Dass sich in den vorderen Kopfpolstern der Schweiß sammelt und dann in einem Schwall austritt ist leider mehrfach passiert.

Von daher zwar kein Helm für mich, aber Renate würde ihn weiter fahren.

Der Helm liegt mit 179,95 € UVP eher am oberen Ende der Preisskala.

Über den Autor

Klaus

Im August 2017 habe ich mit Dominik Rund ums Rad übernommen. Seit dem kümmere ich mich um die Beschaffung von Testmaterial sowie um die vertraglichen und juristischen Aspekte unseres Blogs.

Ich bin Sommer und Winter am liebsten auf dem Rennrad unterwegs. Aber auch für längere Gepäcktouren steht ein passendes Rad bereit. Mein Faible für allerlei technische Spielereien sollte inzwischen allgemein bekannt sein ;-)

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