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Sigma iD.FREE – Der Preis-Leistungskracher schlechthin?

Klein, leicht, funktionell und vor allem preiswert. Das will die iD.FREE von Sigma sein! Die Sigma iD.FREE ist eine Multisportuhr mit GPS, Herzfrequenzmessung und sogar barometrischer Höhenmessung. Wir haben uns die Frage gestellt wie gut die Sigma wirklich ist und ob Sie ein heißer Tipp als günstiger Alleskönner ist. Seid gespannt!

Die Sigma spielt im eher unteren Preissegment. Aktuell liegen die Preise bei ca. 110-130 Euro im Netz. In Relation hierzu bietet die Uhr aber einen recht großen Funktionsumfang mit GPS, Navigation, Barometer usw.
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Die Uhr haben wir für euch zum größten Teil auf dem Mountainbike getestet und sie natürlich im Alltag getragen. Als gekoppeltes Endgerät verwendeten wir ein Apple Iphone 8. Zusätzliches Sensoren hatten wir mit der Uhr nicht verbunden.

Die Sigma iD.FREE

Erster Eindruck

Der erste Blick offenbart, die Sigma iD.FREE will keine Uhr sein die großen Wert auf ein schickes Aussehen legt, sondern mit Funktionalität überzeugen. Somit fällt das Gehäusedesign relativ schlicht aus, das Display ist lediglich Schwarz/Weiß und das Armband hebt sich in seinem Blauton etwas ab.

Wenig Schnickschnack - Die Sigma iD.FREE

Wenig Schnickschnack – Die Sigma iD.FREE

Die Verarbeitung ist für den Preisbereich gut, die Knöpfe lassen sich angenehm bedienen und geben ein akzeptables Feedback. Besonders positiv fiel uns das Armband auf. Das Gummi legt sich besonders angenehm an die Haut und die Uhr sitzt jederzeit fest am Handgelenk. Auch das beigelegte Zubehör, um die Uhr am Lenker zu montieren macht einen stabilen und robusten Eindruck.

Passform

Dank der kompakten Bauform sitzt die Sigma iD.FREE direkt sehr angenehm auf dem Handgelenk. Das kommt besonders mir zugute, da ich bisweilen aufgrund meiner eher dünnen Handgelenke schon die ein oder anderen Probleme mit größeren Uhren hatte. Mit der kompakten Größe der iD.FREE kommt auch ein geringes Gewicht einher. Merkte man beispielsweise die Suunto 5 aufgrund Ihrer Größe und dem Gewicht nach einem langen Tag auf dem Bike, kann man die Sigma fast schon vergessen so unauffällig sitzt Sie am Handgelenk.

Angenehmer Sitz am Handgelenk dank kompakter Größe und geringem Gewicht

Angenehmer Sitz am Handgelenk dank kompakter Größe und geringem Gewicht

Bezüglich Hautirritationen oder Verfärbungen durch Schweiß hatten wir zu keiner Zeit Probleme mit dem Armband. Wer übrigens ein anderes Band verwenden will, kann dieses jederzeit einfach und unkompliziert durch zwei Schnellverschlüsse an der Uhr anbringen.

Losgelöst - Uhr und Armband lassen sich einfach trennen

Losgelöst – Uhr und Armband lassen sich einfach trennen

Im Praxiseinsatz

In der Standardübersicht zeigt die Sigma klassisch die Uhrzeit und den Akkustand an, zusätzlich gibt es ein Feld in welchem man sich einen von 4 Parametern anzeigen lassen kann. Diese sind Schritte; verbrauchte Kalorien (Tag); Herzfrequenz; zurückgelegte Distanz (Schritte+Aktivität). Eine weitere Individualisierung des Ziffernblattes ist bei der Sigma nicht möglich.

Nicht individualisierbar, aber informativ - Das Ziffernblatt der Sigma

Nicht individualisierbar, aber informativ – Das Ziffernblatt der Sigma

Geht es in die Sportmodi, konnten wir aus einer für den Normalsportler völlig ausreichenden Auswahl die Sportart anwählen. Da die Sigma wasserdicht ist, findet sich hier auch ein Schwimmmodus.

Je nach gewählter Sportart zeigt die Uhr andere Parameter im Display an. Hierbei kann man zwischen 6 verschiedenen Seiten wählen. Einzelne Seiten zeigen hier beispielsweise die Höhenmeter, die Steigung sowie ein Höhenprofil an oder die Herzfrequenz im Zeitablauf. Uns haben diese Aufteilungen sehr gut gefallen, wodurch wir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatten, es fehlen noch weitere Informationen auf dem Display

Dank des schlicht gestalteten Schwarz/Weiß Displays und die relativ nüchterne Darstellung der Daten, ist die Ablesbarkeit trotz der kompakten Größe sehr gut. Auch die Helligkeit des Displays bewerteten wir bei Tageseinsatz als gut. Setzt jedoch die Dämmerung ein, wäre ein etwas helleres Display von Vorteil. Durch einen Tastendruck der unteren linken und rechten Taste lässt sich zwar für 4 Sekunden eine hellere Hintergrundbeleuchtung aktivieren, dies ist jedoch während des Radfahrens mit zwei Händen und somit nur bedingt beim Fahren möglich.

Das sonst sehr gut funktionierende GPS raubte uns bei 3 Touren jedoch, mit sehr langer Wartezeit, bis ein Signal gefunden wurde, die Nerven. Als wir nach dem 4ten Versuch und 3 verschiedenen Standpunkten immer noch kein Empfang hatten, zeichnete ich parallel mit dem Handy auf, um zu erörtern ob eventuell generell kein GPS-Empfang in dieser Ecke möglich war. Das Handy zeichnete jedoch ohne Probleme auf. Ansonsten überzeugte das GPS besonders im dichten Wald und steilen Hängen mit ausgezeichneter Genauigkeit, obwohl die Sigma auf beispielsweise GLONASS verzichtet. Nicht schlecht, aber etwas umständlich ist, dass die Sigma zwei Freigaben zum Starten der Aktivität benötigt. Einmal um das GPS zu suchen und dann nochmal um die Aktivität final zu starten wenn das GPS bereit ist. So sind wir schon die ein oder anderen Meter gefahren und dachten die Uhr zeichnet schon auf, ärgerlich

Vereinzelt hatten wir GPS Probleme - Das Handy konnte zu diesem Zeitpunkt problemlos aufzeichnen

Vereinzelt hatten wir GPS Probleme – Das Handy konnte zu diesem Zeitpunkt problemlos aufzeichnen

Die Herzfrequenzmessung zeigte sich während der gesamten Testdauer unauffällig und schlüssig. Das heißt, wir hatten zu keiner Zeit das Gefühl, die Uhr zeichnet einen falschen Puls auf oder der „gefühlte Wert“ weicht stark von dem der Uhr ab. Natürlich konnten wir aufgrund fehlender, zweifelsfrei genauer, Messinstrumente nicht objektiv vergleichen wie genau die HF Messung der Sigma letztendlich ist.

Akkulaufzeit

Gemischte Gefühle hatten wir bei der Akkulaufzeit und der Einschätzung, ob der aktuelle Stand noch für eine Aktivität reicht. Denn nutzt man die Uhr im Alltag, reichen 40-30 % für 2-3 Tage. Startet man mit diesem Akkustand jedoch eine Aktivität, ist der Akku nach ca. 2 Stunden leer. Somit gingen wir nach dieser Erfahrung auf Nummer sicher und luden die Uhr immer beim Unterschreiten von 50 % vor anstehenden Aktivitäten auf. Realistisch lässt sich sagen, dass bei ca. 3 Aktivitäten à 2 Stunden pro Woche die Uhr 2-3 mal geladen werden muss. In Relation zum Kaufpreis ein wie wir finden akzeptabler Wert.

Konnektivität

Ganz klassisch verbindet sich die Sigma mit allen gängigen Smartphones via Bluetooth. Hierbei verwendet man die sogenannte Sigma Link App. Diese bietet optisch und vom Design der Benutzeroberfläche wenig Highlights, überzeugt aber mit einer befriedigenden Funktionalität und der Darstellung aller relevanten Daten wie Aktivitäten, Tagesverlauf und Schlafdaten. Die Übertragung in Drittanbieter Apps wie Strava funktioniert problemlos über einen Button. Nicht ganz so problemfrei zeigte sich ab und an die Synchronisierung. Hier dauerte es manchmal etwas länger bis die Uhr verbunden und die Aktivität letztlich synchronisiert war. Hier gibt es noch Verbesserungsbedarf.

Bis auf wenige Ausnahmen funktionierte die Synchronisation einwandfrei

Bis auf wenige Ausnahmen funktionierte die Synchronisation einwandfrei

Nicht nur praktisch, sondern auch wichtig, ist der Crash Alert. Hier können in der App relevante Informationen wie Blutgruppe, Medikation und natürlich die Telefonnummern der Notfallkontakte hinterlegt werden. Diese kontaktiert die Uhr automatisch, wenn ein Unfall registriert und der Alarm von uns als Nutzer nicht dementiert wird. Voraussetzung ist natürlich eine bestehende Bluetooth Verbindung mit einem Handy, das entsprechenden Mobilempfang hat. Den Ernstfall testeten wir glücklicherweise nicht, konnten aber bei abruptem Stoppen aus schnellen Geschwindigkeiten den Alarm auslösen. Somit sollte die Uhr einen richtigen Sturz ebenfalls erkennen. Angst den Alarm zu überhören braucht man übrigens nicht haben, die Uhr meldet sich hier mit optischen und akustischen Signalen sowie einem Vibrieren.

Notfallkontakte können in der App hinterlegt werden

Notfallkontakte können in der App hinterlegt werden

Benachrichtigungen des Handys können auf der Uhr angezeigt, aber nicht beantwortet oder vorgelesen werden. Sie poppen auf dem Display auf und verschwinden nach 10 Minuten von allein wieder oder können durch einen Knopfdruck weggedrückt werden. Wir fänden es hier etwas schöner wenn die Benachrichtigungen schneller verschwinden würden, besonders wenn man auf einer Tour ist oder beispielsweise navigiert.

Navigation

Apropos Navigation! Bei dem günstigen Preis der Sigma und der geringen Bildschirmgröße hatten wir keine allzu große Erwartung an die Navigationsfunktion gestellt, wurden aber eines Besseren belehrt. Über das Sigma Data Center (nur PC via USB-Kabel) können Routen als zB. GPX Datei simpel und schnell auf die Uhr übertragen werden. Von nun an kann die Route auf der Uhr ausgewählt und gestartet werden. Das Navigationsfenster kommt ohne Richtungspfeile auf den Routenlinien aus, gestaltet sich damit aber dennoch sehr übersichtlich. Das Verlassen der Route wird mit einem Vibrieren und einer Meldung auf dem Display vermerkt, genauso wie das Erreichen der ursprünglichen Route. Cooles Gimmick bei maximalem Orientierungsverlust und Abweichen von der Route ist, dass die Uhr jederzeit mit einem geraden Strich die Luftlinie Richtung Ausganspunkt anzeigt. Somit findet man trotzdem noch nach Hause. Zwei negative Punkte fielen uns dann aber doch noch auf: Kreuzt man die Strecke mehrmals, kann man aufgrund fehlender Pfeile nicht erkennen welcher Teil der Route schon gefahren wurde und welchen man noch vor sich hat und eine komplette Darstellung der Route zur Gesamtorientierung ist während der Aktivität nicht möglich.

Was uns sonst noch so aufgefallen ist

– Gamble&Fun: Auf der Uhr finden sich Spiele, wie HR-Slalom oder Activity Sprint und zudem eine Geocaching Funktion

Cooles Feature - Spiele auf der Sigma

Cooles Feature – Spiele auf der Sigma

– Relativ lange Akkulaufzeit, wenn keine Aktivitäten aufgezeichnet werden

Fazit

Zu Beginn haben wir die Frage gestellt, ob die Sigma ein preiswerter Alleskönner ist. Jetzt können wir euch sagen, definitiv! Uns hat die iD.FREE einerseits mit ihrer sehr kompakten und robusten Bauform überzeugt  und andererseits mit ihrem tollen Funktionsumfang und dem problemlosen Einsatz während der Testdauer. Neben dem klassischen Aufzeichnen von Aktivitäten gefiel uns die einfache, aber effektive Navigationsfunktion sowie der funktionale Crash Alert. Setzt man dies in Relation zum aufgerufenen Preis (aktuell ca. 110-130 Euro) findet man nur wenige gute Uhren die so viele Funktionen für diesen Preis bieten. Klare Abstriche muss man jedoch bei der Auflösung des Displays und Funktionen klassischer Smartwatches machen. Diese bietet die Sigma nicht.

Über den Autor

Max

Max fährt seit 2010 Downhill und begeistert sich seit 2013 auch für Enduro. Neben dem Mountainbiken ist das Fotografieren und Filmen seine Leidenschaft. Sein bevorzugtes Bike-Revier ist der vordere Odenwald.
RideOn Max

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