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Im Gespräch mit Julian Rottmann

Dominik hat sich mit seinem Teamkollegen, dem erst 13-jährigen Julian Rottmann mal zu einem Gespräch zusammengesetzt.
Julian fährt in insgesamt 3 Landeskadern und gehört in 3 Disziplinen zu den besten seines Alters.

Julian Rottmann – „Ich träume davon, einmal bei Olympia, einer WM oder der Tour de France starten zu können!“

Julian Rottmann ist erst 13 Jahre alt aber in seinem Zimmer stapeln sich bereits die Pokale, Medaillen und Siegerschleifen, welche er in den letzten Jahren erfahren hat. Ob Mountainbike, Bahnrad, Rennrad oder der Cyclocrosser – Julian mag sie alle und ist in allen Disziplinen erfolgreich unterwegs.

Julian hat Talent und das wird gefördert. Deshalb wurde er gleich in beide NRW-Landeskadern eingeladen. Er ist sowohl im Landeskader Straße/Bahn als auch im Mountainbike-Kader vertreten. Auf der Straße fährt er in den Farben der SG Radschläger Düsseldorf, seine Heimat im Gelände ist das Mountainbike Team MTBvD/POISON-BIKES.

Das Fieber für die Zweiräder packte Julian schon sehr früh. An seinem Wohnort im Sauerland muss er nur die Haustür aufmachen und kann sofort in den nächsten Anstieg starten. Jedes Jahr im Herbst brettern hier hunderte Mountainbiker beim P-Weg-Marathon die Straße entlang.

Im Jahr 2007, da war er gerade mal 8 Jahre alt, löste er auf Anraten seines örtlichen Radsportvereines TV Attendorn eine Lizenz für Rundstreckenrennen auf dem Rennrad.
Sein Vater bestritt zu dieser Zeit lediglich MTB-Marathons und auch Julian gefielen die breiten Stollen. Kein Wunder, dass Julian so lange bettelte, bis sein Vater ihn mal mit auf die Trails des Marathons nahm.

Sein erstes Mountainbike-Rennen fuhr er dann im Mai 2008 im Rahmen des Lexxi-Schülercups in Nordrhein-Westfalen. Die ersten Erfolge kamen schnell, die Freude am Sport blieb und so steigerten sich auch die Trainingsausfahrten.

„Ich trainiere, abgesehen von den wöchentlichen Wettkämpfen, rund drei Mal in der Woche. Hauptsächlich auf dem Rennrad, um meine Grundkondition zu steigern. Aber für die CrossCountry-Rennen bin ich natürlich auch öfter auf den Trails unterwegs“, so Julian über sein heutiges Trainingspensum.

Der Spaß steht natürlich immer im Vordergrund aber als Leistungssportler im Landeskader sind da natürlich auch einige doofe Pflichten zu erledigen.
Für den Landesverband muss Julian sein Training akribisch dokumentieren. Eine riesige Tabelle muss täglich mit Daten gefüttert werden. Verständlich, dass dies nicht die Lieblingsaufgabe eines 13-Jährigen ist.
Als B-Lizenz Trainer und ausgebildeter Sportlicher Leiter, steht sein Vater Dietmar Rottmann im Zweifelsfall aber immer mit Rat und Tat zur Seite. Er ist es auch, der neben dem Trainingsplan auch für die Wartung der Räder verantwortlich ist – die Rahmen kommen übrigens alle ausnahmslos von POISON-BIKES.
Dem Hersteller aus der Eifel ist Julian seit Jahren über sein Team MTBvD/POISON-BIKES verbunden. Die Kooperation aus dem Mountainbike Verband Deutschland (MTBvD) und dem Radhersteller POISON-BIKES unterstützt den Nachwuchsfahrer bereits seit dem Jahr 2009.

Hilfe vom örtlichen Bikehändler wird nur selten benötigt, das Meiste wird in Eigenregie bewältigt.
Und nach und nach muss auch der Fahrer selbst Hand anlegen. Immer mehr Arbeiten macht Julian selber. Reifenwechsel und das Putzen des Bikes sind schon jetzt stets seine Angelegenheit.

In diesem Jahr fährt er in der U15-Klasse, dort sind die Jahrgänge der 13- und 14-Jährigen vertreten. Julian gehört also in diesem Jahr zu den jüngeren Fahrern seiner neuen Altersklasse und so hat es der MTBvD/POISON-BIKES Teamfahrer dieses Jahr extra schwer. Nicht alle Saisonhöhepunkte liefen nach Plan.

Aufgrund seiner hervorragenden Ergebnisse in den Straßenrennen wurde er zur Deutschen Meisterschaft auf der Straße eingeladen. Julian dazu:
„Bei der Straßen-DM bin ich 23. und 3. Bester des jüngeren Jahrgangs geworden. Damit war ich nicht ganz so zufrieden, da ich lieber unter den ersten 10 gelandet wäre! Aber ich konnte leider der 4-köpfigen Spitzengruppe, die den Sieg unter sich ausmachte, nicht folgen und war im Sprint zu weit hinten.“

Die Deutsche Meisterschaft im Mountainbike Cross-Country stellte den 13-jährigen dann jedoch wieder zufrieden.
Die Strecke im Schwarzwald war äußerst anspruchsvoll und nicht alle Fahrer konnten sie problemlos bewältigen. „In Bad Säckingen bin ich 17. und 4. bester des jüngeren Jahrgangs (1999) geworden, damit war ich ganz zufrieden. Die Strecke bestand eigentlich nur aus technischen Passagen. Es war sehr schwer, zu überholen. Ich hätte mir etwas längere Anstiege gewünscht.“


Als wären diese beiden Höhepunkte nicht genug, nahm er auch an der Deutschen Meisterschaft auf der Bahn teil: „Die Nominierung für die Bahn-DM als einer der drei Fahrer des jüngstes Jahrgangs war bereits ein Erfolg. Mit dem 12. Platz von 13 trotz persönlicher Bestzeiten war ich dennoch überhaupt nicht zufrieden. Ich bin leider im Bahnradsport noch nicht so weit entwickelt und habe ein paar taktische Fehler gemacht.“

Wer schon in einem so jungen Alter von Meisterschaft zu Meisterschaft reist und wenn sich die Pokale in Regalen stapeln, sind natürlich auch die Träume nach einer großen Radsportkarriere nicht weit: „Natürlich hoffe ich, dass ich es schaffe MTB-, oder Straßenprofi zu werden und dort international erfolgreich mitfahren kann! Ein Traum wäre es, wenn ich bei Olympia, einer WM oder der Tour de France starten könnte!“

Bis dahin werden aber noch viele Ketten verschlissen und der ein oder andere Reifen gewechselt werden.
So haben Papa und Sohn jetzt erst mal die nächste Bundesnachwuchssichtung im Blick: „Die MTB-Bundesnachwuchssichtung möchte ich unter den besten 15 beenden und für die Deutsche Meisterschaft im Mannschaftszeitfahren nominiert werden. Außerdem beginnt bald auch schon die Cyclocross-Saison.
Hier möchte ich bei der Deutschen Meisterschaft unter die ersten 3 fahren“.

Julian wird auch weiterhin in allen Disziplinen vertreten sein und wir drücken ihm die Daumen, dass er seine Ziele erreichen kann!

Den ganzen Tag mit Videospielen verbringen und auf der Couch versauern? Nicht mit Julian! Zum Abschluss noch seine Schilderung eines perfekten Tages im Hause Rottmann: „Ein perfekter Tag fängt damit an, dass ich lange ausschlafen kann. Dann ein XC-Rennen, am Liebsten mit vielen Anstiegen und sehr technischen Passagen. Natürlich will ich es gewinnen! Abends wird dann bei einem Film der Sieg gefeiert und relaxt.“

Das Gespräch führte

Über den Autor

Dominik V.

Dominik ist Mitbegründer und gemeinsam mit Klaus Betreiber der Rund-ums-Rad.info Website Er ist aktiv bei nationalen Cross-Country und Rennradrennen am Start.

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