Bike Licht

Magicshine MJ-880 U2 Bikelampe – Testbericht

Wie kann man einen Schultag im Herbst am Besten beenden? Na mit 2200 Lumen Lichtleistung am Lenker und einer Testfahrt der vergleichsweise günstigen 180€ Bikelampe! Diese Preisleistung ist definitiv einen Test wert, denn das schaffen nur sehr wenige Hersteller!

Trockenbild Lampe, Akku

Der langersehnte Schulgong ertönt. Endlich Schluss mit Langeweile und Quälerei der Lehrer. Schluss mit Sportunterricht, der den Titel „Sport“ nicht verdient. Ich will rauf aufs Rad in die Natur und meinen Carbonpanzer über Wurzelteppiche und durch Anlieger hetzen. Ich will Schlamm im Gesicht und einen vom Schweiß triefenden Helm.

Es ist 16:30 Uhr, Herbst und fast dunkel als ich endlich zuhause ankomme. Von der Firma Magicshine hat sich ein kleines Päckchen angekündigt, das mir dennoch eine ausgiebige Trainingsrunde über den Hometrail bescheren könnte.

Es bleibt keine Zeit eine Schere zu holen und so zerfleische ich das Paket, bis mich endlich die Schrift „2200 Lumen“ anlacht. Zumindest der heutige Physikunterricht zahlt sich aus und ich kann mich erinnern, dass ein Halogenautoscheinwerfer mindestens 1350 Lumen besitzen muss. Na dann habe ich hier also quasi eine Sonne zum Mitnehmen. Das ist meine Rettung, denn meine letzte Bikelampe (Sigma Powerled, 900 Lumen) hat leider schon nach 2 Jahren den Dienst verweigert.

Schnee

Zu meinem Erstaunen war die Sonne bereits nach wenigen Minuten startklar montiert. Der große 400g schwere Akku ist mit den Gummibändern sehr leicht auf dem Oberrohr fest zu zurren. Die Gummibandhalterung des Lampenkopfes ist mir anfangs skeptisch und ich bin gespannt, ob sie den Treppen und Wurzelpassagen auf meiner Hausrunde standhält aber so schnell konnte ich bisher keine Lampe montieren. Der Feierabendrunde steht also nichts mehr im Wege.

Raus aus dem Bikekeller und erstmal auf der Straße einrollen. Hier genügt mir dank der Laternen die kleinste von 5 Helligkeitsstufen. (10% Leuchtleistung)

Der erste Singletrail im finsteren Wald ist nur wenige Meter entfernt und ich rase direkt hinein. Trotz Langfingerhandschuhen ist die Lampe perfekt zu bedienen und ich stelle die Magicshine auf die höchste Helligkeitsstufe. Vor mir ist nun der Wald beinahe taghell. Bis in geschätzte 25 Meter Entfernung kann ich jede kleinste Wurzel erkennen. Ich halte kurz an und dokumentiere die beeindruckende Leuchtleistung im Downhill.

Wurzeltrail Magicshine

Vor mir liegt ein nicht gerade ganz einfacher Trail, der hohe Geschwindigkeiten zulässt und sich direkt am Abhang windet. Die feuchten, quer liegenden Wurzeln sind tückisch und haben mich in der Schlüsselstelle weiter unten schon ein bis zweimal rechts den Berg runter rutschen lassen.

Trail to the city

Meine bisherigen Lampen haben auf diesem Trailstück meinen Adrenalinspiegel in die Höhe schießen lassen. Bei Geschwindigkeiten um 40 km/h auf dem engen Pfaden war man mit der Sigma Kalmit (siehe Vergleichsbild) fast im Blindflug unterwegs. Die Magicshine bringt mich jedoch sicher und deutlich schneller ans Ziel. Der Trail ist super ausgeleuchtet.

Eine kleine Treppenpassage bringt die Lampenhalterung zum Glück auch nicht zum wanken und sie bleibt sicher am Lenker ausgerichtet.

Die Lampe streut zu meiner Zufriedenheit auch etwas zu den Seiten und der Lichtkegel ist nicht zu schmal. Bei kleineren Kurven bleibt der Trail so auch ohne Helmlampe etwas ausgeleuchtet.

Trail

Nach weiteren Kilometern und Höhenmetern neigen sich dann so langsam die Akkus dem Ende zu. Mein Körper schreit nach Nahrung, die Muskeln brennen. Außerdem zeigt mir die Lampe mittlerweile mit rotem Licht an, dass nur noch 10 bis 40% Akkuleistung vorhanden sind. Ich dimme die Lampe, um Energie zu sparen, auf 25% Leuchtleistung. Für die Straße ist dies völlig ausreichend. Die letzten Kilometer komme ich so immer noch sicher nach Hause und freue mich über die Rettung des Schultages.

Innerhalb der nächsten Wochen kam ich immer wieder in den Genuss der Nightrides. Die mehrfache Nutzung der Lampe blieb jedoch ohne negative Folgen. Trotz des eher günstigen Preises konnte die Lampe dem Testalltag perfekt standhalten. Das hochwertige Aluminiumgehäuse der Lampe macht einen guten Eindruck und auch das Zubehör, wie das hochwertige Ladegerät, stellen zufrieden.

Lediglich die angegebenen Akkulaufzeiten konnten nicht erreichen werden. Statt nach circa 105 Minuten bei voller Leistung, machte die Lampe bei kalten Temperaturen um 5 Grad auch mal nach 60 bis 70 Minuten schlapp.

Fazit: Eine begeisternde Leuchtleistung mit guter Trailausleuchtung. Mit dieser Lampe steht der abendlichen MTB Tour nichts mehr im Wege….Kauftip!

Produktdetails (laut Hersteller):

  • Lichtstärke 2200 Lumen (5 Helligkeitsstufen (10-25-50-75-100%))
  • Akkukapazität 6600 mAh (7,4 Volt)
  • 4 Ladestandsanzeigen: grün (70-100%), blau (40-70%), rot (10-40%), pulsierend rot (<10%)
  • Ladezeit: 3,5h
  • Akkulaufzeit 1h45 auf höchster Stufe (im Test nicht erreicht)
  • Lenkermontage (universell für alle Durchmesser oder optional mit Helmmontage)
  • Gewicht (selbst ermittelt): Lampenkopf: 122g; Akku: 404g
  • Kühlrippen gegen zu starke Hitzeentwicklung

Vielen Dank an www.fireflyer-shop.com für die unabhängige Testbereitstellung! Die super Leuchtberatung des Shops haben wir ebenfalls indirekt testen können und waren auch hier voll zufrieden. In der heutigen Zeit können nur wenige Onlineshops mit direkter, unvermittelter, kompetenter Beratung dienen.

 

Konkurrenten Kurz-Vergleich (Lumen Lichtleistung/UVP Preis):

  • Bike Ray Fi: 3000 Lumen/ 200€
  • Gestete Magicshine: 2200 Lumen/180€
  • Sigma Powerled Evo: 900 Lumen/130€
  • Hope R4 LED: 1000 Lumen/ 249€
  • Lupine Piko 3: 900 Lumen/ 250€

Zum genauen Vergleich werden wir auch demnächst wieder weitere Testlampen heranziehen. Die obigen Werte sollen nur zur ungefähren Orientierung dienen, denn für die genaue Bewertung einer Lampe genügen diese nackten Zahlen nicht. Stay tuned!

Tipp: Für Gelegenheits-Nachtfahrer oder Fahrer, die eher nur auf Radwegen unterwegs sind, genügen auch Lampen mit bis zu 1000 Lumen. Hier muss aber je nach Einsatzzweck beachtet werden, ob die Lampe für den Straßenverkehr zugelassen ist! Die hier getestete Lampe ist im Straßenverkehr strenggenommen nicht erlaubt!

Über den Autor

Dominik V.

Dominik ist Mitbegründer und gemeinsam mit Klaus Betreiber der Rund-ums-Rad.info Website Er ist aktiv bei nationalen Cross-Country und Rennradrennen am Start.

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