Allgemein Bike Schlösser

I Lock It – Das Schloss ohne Schlüssel

Derzeit kommen zunehmend Fahrradschlösser auf den Markt, die nicht mehr mit Schlüssel sondern per Bluetooth und Handy abgeschlossen werden. Wir haben das I Lock It von Haveltec für euch getestet.

I Lock it: Schloss, Kette und Adapter

I Lock it von Haveltec

Factsheet

Thema Schloss Kette Adapter
Gewicht (nachgewogen): 362 g 683 g 36 g
Preis einzeln: 129,00 € (UVP) 29,90 € (UVP) 9,90 € (UVP)
Sonstiges:
  • USB 4.0
  • Micro USB-Ladebuchse
  • Länge ca. 90 cm
  • rostfreier Edelstahl
  • Schutzhülle schwarzes Polyester
  • für Rahmen mit Ø 13 – 22,5 mm

Unboxing

Im Paket von Haveltec finden wir das Schloss, die Kette und, da unser Rad keine entsprechenden Anschlüsse hat, auch noch die Adapter zur Befestigung des Schlosses am Rad. Das Ganze ansprechend verpackt und bereit zur Installation. Da die Steuerung über eine Smartphone App erfolgt, haben wir die zu allererst runter geladen und angeschaut.

Die App, Einstellungen

Die App von Google Play zu laden, zu installieren und das Schloß zu verbinden war kein Hexenwerk. Das Einstellmenu ist klar strukturiert und spätestens, wenn ihr euch die Optionen angeschaut habt, seid ihr in der Lage, das Schloss so zu konfigurieren, wie ihr es gerne hättet.

Wichtig! Das Schloss hat eine „Taste“ die in drei verschiedenen Farben leuchten kann: blau, rot, grün. Über die Einstellungen lässt sich ein sechsstelliger Farbcode auswählen (z.B. grün, grün, grün, grün, grün, grün), mit dem man das Schloss auch entsperren kann, wenn man kein Handy dabei hat, oder das Handy keinen Saft mehr hat. Wie das genau geht, erfahrt ihr in der App.

I Lock It Screenshots

Basistest

Bevor ich das Schloss überhaupt in die Nähe eines Fahrrads gebracht habe, habe ich es erst mal so ausprobiert. Das Szenario war recht simpel. Ich habe das Schloss auf Automatikbetrieb konfiguriert und es auf der Terrasse bei niedrigen Temperaturen und Regen liegen lassen. Jedes mal, wenn ich mich dem Fenster genähert habe, sollte das Schloss auf- oder zuschließen. So weit der Plan.

Allerdings funktionierte das, solange das Schloss auf einem Tisch lag, nur sehr unzuverlässig. Das liegt an dem Grundkonzept, dass dann, wenn das Schloss von außen unter „Spannung“ steht, ein Abschließen zu Problemen führen könnte, weil sich zum Beispiel ein Hindernis im Schließweg befinden könnte. Auf dem Handy wird ordentlich signalisiert, dass der Schließvorgang nicht erfolgreich war.

Wir haben dann das Schloss über die Lehne einer Bank gehängt. Das ist ungefähr die Position, in der es später auch am Rad befestigt ist. Und da hat Ab- und Aufschließen dann zuverlässig funktioniert. Also ab ans Rad.

Montage

I Lock it: Die Adapter für die Montge

I Lock it: Fertig montiert

Ich habe erst das Schloss an  die Adapter geschraubt und dann die Adapter am Rahmen befestigt. Auch das erschließt sich intuitiv, wenn man genau hin schaut 😉 Und dann konnte es auch schon los gehen.

Schlosstest

Eins vorweg: Wir haben keine zerstörenden Tests durchgeführt, also nicht versucht, das Schloss selbst oder Teile davon zu zerstören. Den Versuch, das Schloss abzumontieren haben wir schnell aufgegeben. Erstens ging die Alarmanlage los und zweitens hätten wir ja auf das Hinterrad verzichten müssen 😉

Aber der Reihe nach. Nach der Montage habe ich erst einige Male mit der App zu- und aufgeschlossen. Ich denke ein gesundes Misstrauen gegenüber einer neuen Technik, hat noch nie geschadet. Erst nachdem das erfolgreich funktioniert hat, bin ich los gefahren.

Achtung: Wenn das Schloss im Automatic-Moder betrieben wird, sollte die Bluetooth-Verbindung stabil sein. Ich bin in folgendes Szenario geraten:

Smartphone in der Tasche unter Regenjacke und Rucksack. Dann hat beim Stehen an der Ampel das Schloss mehrfach signalisiert, dass es jetzt abschließt. Das war nicht lustig und mit ein Grund, dass ich auf den Automatic-Mode verzichtet habe.

Fazit

Abgesehen von“Stotteren“, wenn das Schloss irgendwo angelehnt war, hat das Abschließen stets zuverlässig geklappt. Da ich die direkte Kontrolle behalten wollte, habe ich auf automatisches Abschließen, sobald ich mich vom Rad entferne, verzichtet.Ich habe das Rad immer mit der App ab- und aufgeschlossen. Wenn ich zusätzlich die Kette verwendet habe, um das Rad irgendwo anzuschließen, war auch die immer zuverlässig verriegelt.

Sobald das Rad auch nur geringfügig bewegt wird, geht der Alarm los. Und der ist wirklich nicht zu überhören. Ob man das dem Umfeld antun will, muss jeder selbst entscheiden. Im Fahrradständer wird das Rad auch unabsichtlich leicht mal bewegt und schon geht’s los 😉 Solange man in Bluetooth-Reichweite ist, reichte es mir, wenn der stille Alarm auf’s Handy übertragen wurde. Alles in allem eine runde Sache.

Betrachtet man den Markt für Fahrradschlösser, dann gibt es wohl für rund die Hälfte des Preises zuverlässige Fahrradschlösser namhafter Hersteller ohne Elektronik. Jeder muss also selbst bewerten, wie viel ihm der elektronische Schließmechanismus einschließlich der Alarmanlage wert ist.

Nachtrag

Am 1.4.2019 habe ich diesen Testbericht veröffentlicht. Am 3.4.2019 hatte ich massive Probleme, mein Schloss zu öffnen. Eine Verbindung mit der App war nicht möglich, sie wurde wegen einer falscher Pin-Eingabe abgelehnt — ich hatte aber gar keine Pin eingegeben. Dazu gab’s dann eine wilde Lightshow gratis.

Was war passiert?

Es hat während der Vorstandssitzung des ADFC in Darmstadt stark geregnet. Der Schalter war seeeehr nass. Möglicherweise hat das die Irritationen verursacht.

Was habe ich getan?

Nach mehreren bewusst falschen Pin-Eingaben hat sich das Schloss beruhigt und ich konnte das Schloss nach einer Pin-Eingabe von Hand öffnen. Die eingesteckte Kette konnte ich erst nach einer weiteren Pin-Eingabe entfernen. Dann bin ich erst mal nach hause gefahren.

Heute morgen — inzwischen schreiben wir den 4.4.2019 — habe ich ausführlich mit dem Support telefoniert. Offensichtlich haben sich zwei Probleme überlagert. Die Nässe war’s allerdings eher nicht.

Einmal ist bei der Bluetooth-Verbindung meines Moto G5 mit dem I Lock It einiges schief gegangen. Da Motorola auch bei der Kopplung anderer Geräte (Garmin Edge, Shimano Di2) gelegentlich massive Probleme hat, klingt das für mich plausibel. Hier hätte nach der Erfahrung des Supports das Stoppen und neu Starten von Bluetooth auf dem Smartphone geholfen.

Das mechanische Problem beim Öffnen des Schlosses und beim Entfernen der Kette ist möglicherweise Problemen in der Mechanik geschuldet. Wir tauschen das Schloss noch mal aus, und ich fahre noch ’ne Runde mit einem neuen Schloss spazieren. Rein statistisch ist es eher unwahrscheinlich, dass ich dadurch eine Verbesserung nachweisen kann. Aber sei’s drum 😉

Nachtrag 2

Inzwischen ist das neue Schloss vier, fünf Wochen am Rad. Es schließt zuverlässig und damit ist alles in Ordnung. Ich musste zwar einmal die Verbindung zwischen App und Schloss komplett neu konfigurieren. Aber da mir das auch bei anderen Gadgets passiert (Garmin Edge, Shimano Di2), finde ich persönlich das nicht wirklich bemerkenswert 😉

Über den Autor

Klaus

Im August 2017 habe ich mit Dominik Rund ums Rad übernommen. Seit dem kümmere ich mich um die Beschaffung von Testmaterial sowie um die vertraglichen und juristischen Aspekte unseres Blogs.

Ich bin Sommer und Winter am liebsten auf dem Rennrad unterwegs. Aber auch für längere Gepäcktouren steht ein passendes Rad bereit. Mein Faible für allerlei technische Spielereien sollte inzwischen allgemein bekannt sein ;-)

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