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Interview zum neuen Format Eliminator-Sprint mit Simon Gegenheimer

Die Zweifel und Proteste gegenüber des neuen XCE-Formats bleiben bestehen.
Erst neulich betitelte Guido Tschugg (Weltklasse 4X Rider und Ghost Teamrider) in der Zeitschrift „Mountainbike Rider“ das Rennen in Houffalize als nicht Weltcup würdig und uninteressant, die niedrigen Zuschauerzahlen sollen dies bestätigen.

Der deutsche Simon Gegenheimer vom Team Ultra Sports Rose sieht dies definitiv anders.
Seine Saison 2012 verlief bisher wie keine andere. Er war stets im Halbfinale der Rennen zu sehen und erreichte in Houffalize den 3. Platz.
Radblogs.de hat nachgefragt….

Hallo Simon!
Was sagst du zu deiner bisherigen Saison? War ein solches Abschneiden bei den XCE Rennen abzusehen?

Ja, das stimmt. Die zweite Saison im Ultra Sports Rose Racingteam ist bisher mein erfolgreichstes Jahr. Schon in der Vergangenheit konnte ich mehrmals beweisen, dass ich ein starker Sprinter bin. Deshalb war es am Anfang der Saison natürlich mein Ziel, wie auch im Marathon, zur Weltspitze aufzuschließen. Aber um in beiden Disziplinen vorne dabeibleiben zu können, benötigt es ein ausgeglichenes Training.

Viele der Top 10 XC-Fahrer nehmen aufgrund des Verletzungsrisikos nicht am XCE nicht teil und klagen über zu wenig Regeneration bis zum XC Rennen. Wie siehst du diese Doppelbelastung?

Sicherlich ist ein gewisses Risiko dabei, wenn man bei einem Mountainbikerennen am Start steht. Doch aus den vergangenen drei Sprint-Weltcups ist mir kein folgenschwerer Sturz in Erinnerung. Nur ein Massensturz beim Cross-Country Rennen in Nove Mesto. Außerdem beweisen z.B. Fumic und Fontana jedes Wochenende aufs Neue, dass man eine solche Doppelbelastung sehr erfolgreich bestreiten kann.

Sollten die XCE Rennen deiner Meinung nach höher gewertet werden? Was sagst du zu einer Weltcup-Gesamtwertung aus XC und XCE?

Ich finde die, dass der Elimintator-Sprint eine neue und sehr interessante Seite unserer Sportart aufdeckt. Die drei Weltcups haben gezeigt, in welche Richtung es gehen kann, nur dürfen wir jetzt nicht stehenbleiben.
Eine Weltcup-Gesamtwertung finde ich einen interessanten Gedanken und vielleicht muss man noch ein Stückchen weiter gehen und über ein Gesamtwertung aus allen drei Disziplinen XCO, XCM und dem XCE nachdenken um somit den „komplettesten Mountainbiker“ der Welt zu ermitteln.
Zwingen würde ich niemanden, dass führt nur zu halbherzigen Starts einiger Fahrer und tut dem Sport nicht gut. Außerdem sollte es auch trotzdem Spezialisten geben.

Wie sieht die perfekte Strecke eines XCE-Rennens aus? Sollte sie Höhenmeter wie in Houffalize enthalten oder besser flach wie Nove Mesto?

Allen Fahrern kann man es nie recht machen, deshalb denke ich, dass man diese abwechslungsreichen Strecken fortführen sollte und der beste Sprinter muss eben zeigen, dass er seine Power überall umsetzen kann. Außerdem sollte es den Veranstaltern ermöglicht werden, die Strecken an Stadien oder eine Innenstadt angliedern zu können, was Ihnen bisher auch gut gelungen ist.
Dazu muss eine Sprintstrecke zu der Start- und Zielgerade noch zwei oder drei weitere Möglichkeiten zum Überholen bieten, damit nicht nur ein Antritt über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Nachdem XCE ab diesem Jahr in den Weltcup erhoben wurden, wurde am 16. Juni die erste deutsche Meisterschaft in Kirchzarten veranstaltet.
Im Vorfeld fiel unter den Favouriten natürlich immer der Name Simon Gegenheimer. Er reagierte gegenüber radblogs.de jedoch etwas verhalten:

„Favorit, auf die Medaillen oder den Sieg? In einem Sprintrennen kommt es auf jede Kleinigkeit an. Vieles kann entscheiden ob du gewinnst oder wegen zehn Zentimeter die nächste Runde verpasst.“
Dennoch konnte Simon seiner Favouritenrolle gerecht werden und schaffte es mit eindrucksvollen Antritte vom Start weg jedes Rennen zu dominieren. Im Finale brachte ihn vor Allem der 19-jährige Christian Pfäffle (Interview vom Anfang der Saison: http://www.rund-ums-rad.info/12126/interview-mit-christian-pfaeffle/) an seine Grenzen. Pfäffle schaffte es am Ende der ersten Runde eine kleine Lücke zu schließen. Simon konnte diese jedoch noch zufahren und ließ sich seine erneute Führung nicht nehmen!


Abschließend bleibt anzumerken, dass ein Vergleich zwischen 4X und dem XCE Format eher nicht möglich ist.
Die 4X Rennen wurden ganz alleine aus finanziellen Gründen von der UCI aus dem Weltcup gestrichen. Die Streckenanlegung war mit zu hohen Kosten verbunden.
Die XCE Rennen sind jedoch relativ einfach in einen XC-Weltcup Wochenende zu integrieren und bieten die Möglichkeit für Teams sich zusätzlich zu den XC Rennen zu zeigen.
Mit einer Optimierung der Strecken, wie es von Simon Gegenheimer im Interview geschildert wurde, kann es das XCE Format schaffen, sich zu etablieren und negative Stimmen verstummen zu lassen. Spannende Race-Action, wie bei der ersten DM in Kirchzarten, zeigen das neue Format von einer guten Seite.
Dennoch gibt es weiterhin Nachholbedarf und XCE-Rennen bleiben wohl vorerst leider, trotz der enormen Leistungen der Fahrer (die natürlich auch von Guido Tschugg mit höchsten Respekt begegnet werden), ein Randevent.

Das Interview führte

Über den Autor

Dominik V.

Dominik ist Mitbegründer und gemeinsam mit Klaus Betreiber der Rund-ums-Rad.info Website Er ist aktiv bei nationalen Cross-Country und Rennradrennen am Start.

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