Bike Reinigung

Dr. Wack Fahrradreiniger – Testbericht

Nachdem beim letzten F100-Produkttest die Kette meines MTBs Versuchskaninchen spielen durfte, musste dieses mal das gesamte Bike dran glauben: Ab in die Wanne und dann schön sauber machen lassen! Und zwar mit F100 Fahrradreiniger.

Zugegeben, in die Wanne ging es nicht, das würde wahrscheinlich beim Abspülen eine schöne Sauerei geben. Mehr zum Thema Abspülen später.

Bevor es zur Anwendung geht, sollen hier erst einmal die Eigenschaften des Dr. Wack-Reinigers zitiert werden:

„Eigenschaften:
– Power Gel für die Intensiv-Reinigung
– Aktiv-Fettlöseformal reinigt selbsttätig und rückstandsfrei
– Entfernt sämtlichen Schmutz (z.B. Schlamm, Staub, Öl)
– Schützt empfindliche Oberflächen wie Alu und Carbon
– Säurefrei, biologisch abbaubar und garantiert materialverträglich“

Angewandt werden kann die Flüssigkeit auf „das gesamte Fahrrad inkl. Kette“.

Hingewiesen wird darauf, die Tensidflüssigkeit nicht auf hochglanzpoliertem, unlackiertem Alu zu verwenden. Und sie nicht in der prallen Sonne und auf erhitzten Oberflächen zu verwenden.

Im Test waren ein Stahlrad sowie ein Alurad. Die Kette wurde auch einmal gereinigt.

Man soll das Fahhrad einsprühen, 5-10 min (max. 30 min) einwirken lassen und dann mit einem starken Wasserstrahl – Hochdruck wird explizit ausgeklammert – gründlich abspülen.

Also einsprühen, warten, abspülen – und fertig ist die Wäsche? Das wäre ja großartig, wenn es so schnell gehen würde!

– Einsprühen

Den Hebel sollte man richtig durchziehen, damit sich auch Schaum bildet und die Flüssigkeit nicht wieder runterläuft und -tropft. D.h., wirklich dosieren kann man nicht, aber der Strahl ist durch das Drehen der Sprühdüse veränderlich.

– Warten

Nun also fünf bis zehn Minuten warten und mit einem starken Wasserstrahl abspülen.

– Abspülen

Aber woher den starken Wasserstrahl nehmen und nicht stehlen? An den Tankstellen hier gibt es Hochdruckreiniger, aber die Säuberung des Fahrrads damit sind lang und breit diskutiert. Außerdem sagt Dr. Wack ja, ich solle den Hochdruck beiseite lassen. Auf einen Doktor hört man doch! 😉 Also muss ein Gartenschlauch her, der bei den derzeitigen Temperaturen (weit, weit unter 0°C) nicht gerade gut und unerreichbar verstaut auf den Frühling wartet. Na ja, und eben eine wasserverträgliche Temperatur.

Bevor ich mir all das antue, versuche ich es doch erstmal mit einem Schwamm und Wasser. Und siehe da, Fahrrad wird sauber. Wahrscheinlich hätte es auch Wasser oder Fit-(Spüli-)Wasser getan. Was ich noch versucht habe: eine leere Sprühflasche gefüllt mit Wasser und damit den Reiniger runter“gestrahlt“. Nun hat meine Felge einen Reflexionstreifen und als ich dort mit Wasser Reiniger und Dreck runterspritze, wird doch wirklich genau an dieser Stelle der Reflexionsstreifen deutlich sauberer als wenn ich mit Schwamm oder Lappen drüber gehe. Nun kann ich aber nicht Zentimeter für Zentimeter mein Fahrrad saubersprühen.

Also doch wieder zurück zur Idee des Gartenschlauchs:

Es hat leider nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Letztendlich war der Garten schaumig und den Schmutz musste ich zu einem nicht unbedeutenden Teil doch wieder mit einem Lappen abwischen. Ich habe auch versucht, den Wasserstrahl noch härter einzustellen, was aber auch nicht zu dem versprochenen Erfolg führte. Davon abgesehen möchte ich eigentlich nicht erst rumexperimentieren müssen, bis ich heraus gefunden habe, wann denn der Fahrradreiniger nun selbsttätig wird. Vielleicht hat ja auch jemand von den Lesern einen Tipp?

Mein Fazit ist, dass beim nächsten Mal wieder Wasser bzw. Wasser mit Spülmittel reicht. Für mich stellt sich dann aber noch die Frage, welches Mittelchen umweltverträglicher ist. Weniger zeitaufwändig ist der F100-Fahrradreiniger meiner Meinung nach jedenfalls nicht, wenn es um die Ganz“körper“reinigung geht.
Für hartnäckigen Schmutz wie Öl/Fett oder Ähnliches ist ein Fahrradreiniger allemal komfortabler als ewig mit der Bürste zu schrubben. Genauso an schwierigen Stellen wie den Schweißnähten, wenn es sich dort der Matsch bereits wohnlich gemacht hat.
D.h., punktuell macht er sich ganz prima, für das große Ganze bin ich damit jedoch nicht zufrieden. „Selbsttätig“ ist für mich mehr.

Noch einen Absatz zum Thema Kette: Man sagt, dass Kettenreiniger das Fett aus der Gliedern holt und man keine Möglichkeit hat, es wieder hinein zu bekommen. Und dass man deswegen die Hände von Kettenreinigern lassen soll. Das kann jeder so halten, wie er es gern möchte. Ich für meinen Teil bin skeptisch gegenüber Kettenreinigern. Wie auch immer: So richtig gesund klang meine Kette nach dem Reinigen (und Ölen) nicht und ich habe deswegen lieber die Sprühflasche davon gelassen. Und werde auch in Zukunft wieder die einzelnen Glieder mit einem Lappen oder Tuch zeitaufwändig putzen.

Die Autorin

Die Produkte wurden uns zur Verfügung gestellt vom Ballistol-Shop

Über den Autor

Rund ums Rad | Outdoortest-Team

3 Comments

  • Aufgrund der speziellen Wirkungsweise des Reinigers ist das Ergebnis erfahrungsgemäß von der Temperatur des Fahrrades und der Umgebung abhängig (Anwendung im Februar). Bei sehr niedrigen Temperaturen sind die Reinigungsprozesse leider stark verlangsamt, so dass nach vorgegebener Zeit der Reiniger nicht die volle Wirkung entfalten kann. Dies gilt grundsätzlich für alle Reinigungsmittel. Einschränkungen in der Wirkungsweise sind unter diesen Bedingungen somit kein Hinweis auf eine mangelnde Reinigungskraft sondern werden ganz klar durch die niedrigen Temperaturen verursacht.

    Ideale Bedingungen für die Verwendung des F100 Fahrrad Reinigers sind Temperaturen von 20 – 25 °C. Unter diesen Bedingungen zeigt der F100 Fahrrad Reiniger seine volle Wirkung.

  • Schöne Ausrede vom Hersteller: es war zu kalt…Und ab 25°C ist es dann wieder zu warm.
    Ein optimaler Anwendungsbereich zwischen 20 und 25°C lässt wirklich keine großen Spielräume zu.
    Optimale Anwendungszeit Juni bis August, aber nur in den Morgenstunden bis 9.00 Uhr oder abends ab 22.00 Uhr. So verstehe ich das.
    Das Zeug bringt leider wirklich nicht viel, egal ob warm oder kalt. Ich frage mich, wieso da Testsieger drauf steht. Oder wurde etwa im hauseigenen Labor getestet? 😉

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