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2.000 m bergauf, die etwas andere Gepäcktour

Die Strecke liegt in Andalusien auf der Ostseite der Sierra Nevada. Die ersten 5 bis 6 km sind perfekt zum Einrollen. Dann kann man sich am südlichen
Ortseingang von Velefique auf dem großen Tableau anschauen, was einen erwartet: Einstieg bei 860 m Höhe, die Fahrt geht zum Puerto de Velefique auf 1.820 m. Das heißt 14 km mit einer durchschnittlichen Steigung von 7,1%. Wobei das erste Drittel eher 9 – 10 % hat, die dann auf ca. 6 % zurück gehen.
Anschließend geht es dann bergab nach Bacares auf ca. 1.200 m Höhe, bevor es dann in Richtung Calar Alto auf ganz knapp unter 2.000 m hoch geht. Und dann kommt das schönste Stück der Tour: Es geht ca. 20 km abwärts bis auf ca. 700 m Höhe.

Blick zurück Richtung Velefique

Blick zurück Richtung Velefique

Vorgeschichte

Seit 2008 waren wir jedes Jahr mit einer Ausnahme im Frühjahr eine Woche oder zehn Tage zum Rennrad fahren auf Mallorca. Die Gruppe aus Freunden und Familie war unterschiedlich groß. Zehn Personen konnten es schon mal werden. Im November 2012 waren wir uns einige, mal eine Alternative auszuprobieren. Da wir nur zu viert fahren wollten, war auch die Abstimmung nicht so kompliziert. Am Ende sind wir dann in der zweiten Märzhälfte 2013 nach Andalusien geflogen und haben in der Nähe von Almeria am Meer Quartier bezogen.

Die Tour

Velefique, die Tour

Velefique, die Tour *

Bei unserer Tour zum Velefique wurden wir mit dem Bus zum Start und unser Tagesgepäck während der Tour im Besenwagen transportiert. Mein Respekt war schon vorher gewaltig. Gewisse Zweifel, ob mein Knie (Arthrose) durchhalten würde waren berechtigt. Aber es gab ja den Besenwagen. Wir fuhren also im Bus bis in die Nähe der kleinen Ortschaft Velefique. Unser Führer war ein Spanier, der gut Deutsch sprach, so dass es mit der Verständigung keine Probleme geben würde.

Höhenprofil Velefique

Höhenprofil Velefique *

Die ersten fünf, sechs Kilometer waren mit moderater Steigung genau richtig um beim Einrollen auf Betriebstemperatur zu kommen. Die große Tafel am Ortseingang von Velefique führt mir sehr deutlich vor Augen, dass da jetzt einiges auf mich zu kam. Jeder einzelne Kilometer war mit den entsprechenden Steigungen verzeichnet. Da konnte es keine Missverständnisse mehr geben. Aber was soll’s, schieben würde mich keiner, also los!

Startvorbereitungen

Startvorbereitungen

Eins vorab, der Straßenbelag war super, so gut wie neu und deshalb toll zu fahren. Die Steigung selbst fuhr sich für mich auch erstaunlich gut. Auf ca. 1.600 m Höhe gab es dann eine längere Pause mit leckerer Verpflegung. Der Tipp, schon hier etwas wärmere Kleidung anzulegen, war gut. Oben auf dem Sattel in 1.820 Höhe beim Warten auf den einen oder anderen Nachzügler hätten wir sonst bei erschreckend niedrigen 4 Grad doch heftig gefroren.

Rast und Kleiderpause

Rast und Kleiderpause

Kaum war der letzte oben angekommen, ging es in die Abfahrt nach Bacares. Ich bin nicht der rasante Abfahrer. Da ich erst mit 55 Jahren mit dem Rennrad fahren angefangen habe, fehlt mir die entsprechende Risikobereitschaft. Aber auch alle Anderen haben die Geschwindigkeit zurückgenommen, da doch immer mal wieder der eine oder andere größere Stein auf der Fahrbahn lag. Verkehr außer uns fand eigentlich nicht statt. Ich glaube nicht, dass wir mehr als zehn Autos gesehen haben.

Aufwärmen

Aufwärmen

In Bacares fand sich dann ein Cafe, in dem wir uns von innen und außen aufwärmen konnten. Das offene Kaminfeuer war schon nicht schlecht. Und dann  ging es weiter nach dem Motto, dasselbe nochmal. Es ging in den Anstieg in Richtung Calar Alto. Vor dem höchsten Punkt auf ca. 2.000 m musste ich meinem brennenden Knie doch noch Tribut zollen, und einige 100 m im Auto mit fahren. Hätte ich gewusst, dass wir schon so weit oben waren …

Nach einer weiteren Pause beim Warten auf eine zweite Gruppe, die sich noch einen weiteren Berg angetan hatte, ging es dann auf die rund 20 km lange Abfahrt. Phantastisch! Immer neue Ausblicke. Irgendwann dann auch der Blick bis zum Meer. Manchmal mussten wir uns besinnen, dass zuviel gucken auch gefährlich werden kann, wenn man die Serpentinen aus den Augen lässt.

Statistik:
66 km, 4:37  Stunden, 2.034 hm lt. Garmin

Hier könnt ihr die gpx-Files zur Tour herunterladen

Räder verladen und ab in den Bus

Räder verladen und ab in den Bus

Fazit

Eine super schöne Tour. Der Respekt vor Höhe und Steigung war auf jeden Fall berechtigt. Moderates Fahren hat mich aber bis auf die kurze Fahrt im Besenwagen über die komplette Strecke gebracht. Ich würd’s noch mal machen. Am Ende sind alle heil im „Ziel“ angekommen und wir sind die restliche Strecke mit dem Bus zum Hotel gefahren.

* Route und Höhenprofil wurden mit GPSies herstellt

Über den Autor

Klaus

Im August 2017 habe ich mit Dominik Rund ums Rad übernommen. Seit dem kümmere ich mich um die Beschaffung von Testmaterial sowie um die vertraglichen und juristischen Aspekte unseres Blogs.

Ich bin am liebsten auf dem Rennrad und im Sommer auf dem Triathlonrad unterwegs. Aber auch für längere Gepäcktouren steht ein passendes Rad bereit.

Mein Faible für allerlei technische Spielereien sollte inzwischen allgemein bekannt sein

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