Bikezubehör Pumpen

SKS-Rideair – Eine Flasche Luft

Als uns die Firma SKS die SKS-Rideair zum Test angeboten hat, war sie noch gar nicht auf dem Markt.  Mitte Mai kam unser Testexemplar dann bei uns an und wir berichten, welche Erfahrungen wir damit gemacht haben.

SKS Rideair

Factsheet SKS-Rideair

Thema Info
 Varianten
  • Rideair
  • Rideair Lock (mit Kabel zum Festschließen)
 Farben Alu-Schwarz
 Größe Höhe: 262 mm
 Volumen 600 ml
 Gewicht 450 g
 Druck max. 16 bar
 Material Aluminium, Kunststoff
 Preis (Set) Internet: ab 49,90 € zzgl. Versand
UVP: 59,99 €

Unboxing

SKS Rideair: Ziemlich groß

Ich gestehe, dass ich mir überhaupt keine Gedanken über die Größe der Rideair gemacht habe. Ich kenne CO2 Kartuschen und Luftpumpen und Fußpumpen. Aber wieder auffüllbare Kartuschen waren absolut neu. Von daher war ich am Ende von der Größe doch überrascht. Die Rideair sieht halt aus wie eine Trinkflasche, ist aber deutlich größer als die Flaschen die ich üblicherweise verwende.

Vorbereitungen

Zum Test wurde die Rideair mit einer normalen Fußpumpe auf ca. 10 Bar gefüllt. Mehr ging leider nicht. Auch der Versuch die Rideair über Kompressoren an Tankstellen oder in Werkstätten mit mehr als 10 Bar zu füllen, sind gescheitert. Mehr als 10 Bar konnte uns keiner zur Verfügung stellen 🙁 Damit haben wir die 16 Bar, die die Rideair theoretisch aufnehmen könnte, leider nie erreicht.

Stellt sich natürlich die spannende Frage: Wieviel Druck bekommt man nun mit der Rideair in den Schlauch? Ein bisschen Physik gefällig?

Druckausgleich zwischen Rideair und Fahrradschlauch

Wenn wir mit der Rideair einen Schlauch füllen wollen. wird so lange Luft in den Schlauch gepresst, bis in dem gemeinsamen System aus Rideair und Schlauch ein Druckausgleich stattgefunden hat. Die Rideair fasst 600 ml und wir haben einen Druck von 10 bar erzeugt. Würden wir nun mit der Rideair einen Schlauch füllen wollen, der ebenfalls 600 ml enthalten würde, würde sich ein Ausgleichsdruck von 5 Bar einstellen. Je nach Rad wäre das durchaus ok.

Aber jetzt kommt’s. Schon ein Rennradschlauch fasst mehr als 600 ml, d.h. der Ausgleichsdruck wird am Ende niedriger sein als 5 Bar 🙁 Dem aufmerksamen Leser entgeht sicher nicht, dass die Rechnung mit 16 Bar deutlich eher aufgehen würde.

Praxistest

SKS Rideair: Adapter aufschrauben

SKS Rideair: Fertig zum Aufpumpen

Der Einsatz der Rideair ist recht intuitiv. Erst mal, je nach Reifen, den Adapter aufschrauben. Rennradfahrer haben so was ohnehin oft in der Werzeugtasche, um gelegentlich auch mal die Reifen an einer Tankstelle auzupumpen. Anschließend wird die Rideair mit dem herausziehbaren Schlauch angeschraubt. Und auf Knopfdruck geht dann das Aufpumpen los.

So haben wir denn im Praxistest jeweils die Rideair auf 10 Bar aufgepumpt und unterschiedliche Reifen gefüllt. Dann haben wir den Druck im Reifen grob nachgemessen. Das Ergebnis entsprach leider den Erwartungen aus unseren physikalischen Betrachtungen:

  • Ein Rennreifen in der Größe 23-622 ließ sich auf ca. 4,5 Bar aufpumpen.
  • Ein Treckingreifen in der Größe 37-622 ließ sich auf rund 3 Bar aufpumpen.

Wir haben zwar keine Präzisionsmessungen durchgeführt, aber das Ergebnis zeigt: Den Druck hätten wir auch mit einer kleinen Handpumpe erzeugen können.

Fazit

Für uns ist der Versuch mit der Rideair gescheitert. Der positive Effekt, dass man ein wieder auffüllbares Medium verwendet, kommt gegen die Contra-Argumente nicht an:

  • Der Druck reicht nicht wirklich aus
  • Der Druck lässt sich leicht auch mit einer Handpumpe erzeugen
  • Wir haben keine Quelle aufgetan, mit der man wirklich problemlos 16 Bar auffüllen kann (dann sähe die Sache nämlich anders aus)
  • Man kann nur eine Trinkflasche mitnehmen, weil der zweite Flaschenhalter für die Rideair benötigt wird

Während ich mit dem Treckingrad noch einigermaßen bedenkenlos fahren würde, ist mir der Druck für’s Rennrad deutlich zu gering.

Eigentlich schade, aber wir können die Rideair nicht wirklich empfehlen 🙁

Über den Autor

Klaus

Im August 2017 habe ich mit Dominik Rund ums Rad übernommen. Seit dem kümmere ich mich um die Beschaffung von Testmaterial sowie um die vertraglichen und juristischen Aspekte unseres Blogs.

Ich bin Sommer und Winter am liebsten auf dem Rennrad unterwegs. Aber auch für längere Gepäcktouren steht ein passendes Rad bereit. Mein Faible für allerlei technische Spielereien sollte inzwischen allgemein bekannt sein ;-)

4 Comments

    • Moin Bob,

      danke für den Hinweis. Der kam ziemlich prompt auch von SKS 😉

      Leider liefert meine Fußpumpe halt nur 10 Bar. Und, mal ehrlich, mehr braucht bei uns weder Rennrad noch Triathlonrad,Trekkingrad oder Mountainbike. Was mich allerdings wirklich gestört hat, war, dass die Rideair einen Flaschenhalter belegt. Und da würde mir, zumindest im Sommer, was fehlen.

      LG

      Klaus

  • zum Aufpumpen eines Reifen mit Schlauch ist das Ding witzlos, würde ich auch sagen. Da nehme ich lieber eine 50g-Luftpumpe von Lyzene, dauert zwar länger, aber wie oft braucht man eine Luftpumpumpe? Entscheidend ist das Aufpumpen von schlauchlosen Reifen, das geht nur mit großen Standluftpumpen und oft auch damit nicht. Nun hat man mit schlauchlosen Pumpen noch seltener eine Platten (wegen der Pannenschutzflüssigkeit), aber wenn doch dann hilft eben nur eine Luftkartusche, die stoßweise den Reifen aufpumpt. CO2-Kartuschen sind für schlauchlos ungeeignet. Meine Idealvorstellung für die große Tour wäre ein Pumpenkopf, der sich auf eine Trinkflasche schrauben ließe. Dann könnte man diese im Notfall mit einer Minipumpe füllen.

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