Bikezubehör Fahrradcomputer

Sigma ROX GPS 11.0, Fahrradcomputer mit GPS

Beim Trainingslager auf Malle in der zweiten Märzhälfte habe ich zufällig eine Marketing Aktion von Sigma Sport mit erlebt. Noch vor Ort habe ich eine Teststellung des neuen Sigma ROX GPS 11.0 verabredet und kann euch heute endlich über die Ergebnisse der Tests berichten. Der Radcomputer ist seit Dezember 2016 im Handel, ohnehin höchste Zeit, ihn einem Test zu unterziehen.

Sigma ROX GPS 11.0

Factsheet

Thema Info
 Varianten
  • Tacho mit Kabel, Data Center Lizenz
  •  komplettes Set mit Sensoren
 Farben schwarz, weiß
 Größe HxBxT: 73,5mm x 50 mm x 21,5mm
 Dsiplay  1,7″-Full-Dot-Matrix-LCD mit 160x128px
 Gewicht  61 g
 Sensoren ANT+ und Bluetooth Smart
 Satelliten GPS
 Sonstiges
  • Track-Navigation
  • Wegpunkte
  • Strava Live-Segmente
  • 3-Achsen Kompass
  • Akkulaufzeit lt. Sigma: 13 h
 Preis (Set) Internet: 208,99 € bis 286,88 € zzgl. Versand
Sigma empfohlener Preis: 269,95 €

Auspacken

Sigma ROX GPS 11.0: Bundle

Wir haben die Bundle Version des ROX 11.0 gestestet. Das Bundle kommt mit Tacho, zwei Haltern, USB-Kabel, Brustgurt, kombiniertem Trittfrequenz-/ Geschwindigkeitssensor einschließlich zweier Magnete und Bedienungsanleitung bei mir an. Zusätzlich gibt’s noch den Aktivierungscode für’s Sigma Data Center (dazu später mehr). Brustgurt und der Trittfrequenz-/ Geschwindigkeitssensor übertragen sowohl ANT+ als auch Bluetooth LE.

Installation

Die Tachohalterungen werden mit Kabelbindern befestigt. Da sitzen sie zwar gut fest, lassen sich aber auch nur mit Aufwand umbauen. Für den Sensor gibt es Gummiringe, mit denen er an der Kettenstrebe befestigt werden kann. Das ist praktisch, da man ihn in der Regel mehrfach verschieben muss, bevor sich die endgültige Position gefunden hat. Ein Magnet wird für die Geschwindigkeitsmessung in die Speichen des Hinterrads geklickt und der andere Magnet für die Trittfrequenzmessung wird pfiffig innen auf der Pedalschraube angebracht. Ist ja magnetisch 😉

Kompatibilität

Bereits im Vorfeld der Testfahrten habe ich die Funktion der Sensoren überprüft. Dabei stellte sich überraschend heraus, dass die Brustgurte von Sigma und Garmin offensichtlich steckerkompatibel sind. Deshalb habe ich während der Testfahrten meinen Garmin Brustgurt mit dem Sigma Transponder getragen. Die Übertragung der Herzfrequenz per Bluetooth auf’s Smartphone hat dann natürlich auch funktioniert, war aber nicht Gegenstand der Tests. Anders herum funktioniert es übrigens auch. Da hat man dann aber kein Bluetooth 😉

Ein weiterer Kompatibilitätsaspekt: Der Sigma GPS ROX 11.0 passt problemlos in die Halterung der Garmin Edge Geräte. Das ist praktisch, so was habe ich noch in der Schublade und konnte dann an meinem Triathlonrad sehr einfach mehrere Positionen ausprobieren, bevor ich die richtige am Aerolenker gefunden hatte.

Konfiguration/ Funktionen

Der ROX 11.0 erlaubt einem das Anlegen von 3 verschiedenen Profilen. Zu jedem Profil lassen sich bis zu sechs verschiedene Trainingsansichten frei konfigurieren, auf denen man die gewünschten Informationen zur Anzeige bringen kann. Die Konfiguration muss leider mit dem Data Center erfolgen und kann folglich während einer Tour nicht verändert werden -:( Das ist am Anfang ein bisschen doof, spielt sich dann aber ein. Im Anhang haben wir die komplette Liste der anzeigbaren Werte aufgeführt.

Kopplung der Sensoren

Die Kopplung mit den jeweils am Rad montierten Sensoren war nicht immer harmonisch. Am einfachsten/ schnellsten ging es jeweils, wenn man selbst die Initiative übernehmen konnte, weil die Sensor-Id bekannt war. Am Ende waren die Sensoren der beiden Testkonfigurationen auf jeden Fall gekoppelt und während der Fahrt stabil erreichbar.

Testkonfiguration

Sigma ROX GPS 11.0: Los geht’s

Die Testfahrten fanden mit einem Rennrad Cucuma Foia und einem Triathlorad Cucuma Veloz statt. Als Referenzsystem wurde ein Garmin Edge 1000 eingesetzt. Zusätzlich war noch ein Sigma BC 16.12 STS Funktacho mit am Lenker.

Sensoren

Bei den Fahrten mit dem Rennrad wurden folgende Sensoren eingesetzt bzw. zum Vergleich herangezogen:

Kopplung mit ROX Kopplung mit Edge
Sigma Trittfrequenz/ Geschwindigkeitssensor Garmin Trittfrequenzsensor
kombinierter Sigma-Edge Brustgurt kombinierter Sigma-Edge Brustgurt
Garmin Geschwindigkeitssensor

Bei den Fahrten mit dem Triathlonrad wurden folgende Sensoren eingesetzt und von beiden Computern verwendet:

Kopplung mit ROX und Edge
Garmin Trittfrequenzsensor
Garmin Geschwindigkeitssensor
kombinierter Sigma-Edge Brustgurt
Shimano Di2

Der kombinierte Trittfrequenz-/Geschwindigkeitsensor von Sigma kam hier nicht zum Einsatz, da an der Kettenstrebe neben der Aerobremse einfach nicht ausreichend Platz war.

Praxistest Sigma ROX GPS 11.0

Insgesamt war der Sigma GPS ROX 11.0 über 1.500 km mit auf Tour und hat immer zuverlässig seine Arbeit gemacht. Ausreichend Gelegenheit, damit vertraut zu werden.

Nach dem Start des Trainings wählt man das Rad aus, mit dem man unterwegs ist. Damit verbunden werden dann die konfigurierten Trainingsseiten angezeigt. Wenn man länger auf die Plus-Taste drückt, lassen sich noch einige Werte anpassen (z.B. Starthöhe). Die ausgewählten Werte wurden in den konfigurierten Trainingsansichten zuverlässig angezeigt. Nach dem Training lassen sich die Daten speichern und später zum Data Center übertragen.

Messwerte

Zum Referenzgerät gab es immer mal wieder geringfügige Abweichungen. Im Detail sah das so aus:

Entfernung: Die Abweichung lag im Bereich weniger ‰. Der Unterschied war ganz offensichtlich auch von der Position am Lenker abhängig.

Trittfrequenz: Geringfügige Abweichungen, auch wenn beide Geräte auf die Werte des gleichen Sensors zugegriffen haben. Möglicher Weise lag das an der unterschiedlichen Behandlung von „Trittpausen“ während der Fahrt.

Herzfrequenz: Geringfügige Abweichungen, auch wenn beide Geräte auf die Werte des gleichen Sensors zugegriffen haben.

Shimano Di2: Ein Gangwechsel wurde beim Sigma deutlich langsamer angezeigt als beim Edge. Eine Anzeige des eingeschalteten Synchronized Shift Modes war nicht möglich. Die Berechnung des Übersetzungsverhältnisses hat die Werte abgeschnitten statt gerundet 🙁

Sigma ROX GPS 11.0: Abfahren eines Tracks

Neben Anzeige der ausgewählten Werte gibt es auch noch die Möglichkeit, gespeicherte Tracks zu fahren. Die Tracks werden über das Sigma Data Center auf den ROX geladen und können dann aktiviert werden. Während der Fahrt wird eine Liniengraphik angezeigt, die die Route markiert. Eine Karte gibt es leider (noch) nicht. Solange man nicht auf Kreuzungen mit sehr vielen engen Abbiegungen zu fährt, gab es bei der Navigation keine Probleme.

Auf die Aktivierung der Strava Segmente habe ich verzichtet.

Garmin Vector 2: Leider standen die Wattmesspedale nicht wie geplant zu Verfügung. Deshalb mussten wir auf diesen Teil des Tests verzichten. Sollten wir die Tests irgendwann nachholen, werden wir natürlich auch darüber berichten.

Firmwareupdate

Beim Firmwareupdate werden ALLE Werte auf dem ROX gelöscht. Das ist sehr lästig, da man anschließend sämtliche Profile, Tracks, und was man sonst noch auf dem ROX hatte, neu übertragen muss. Ich bin leider einer von denen, der dabei auch mal was vergisst und sich dann ärgert. Softwaretechnisch gibt es keinen Grund für diese Vorgehensweise und ich hoffe, dass das bei einem der allernächsten Updates korrigiert wird.

Pro & Contra

Klar, dass bei intensiveren Tests einige Sachen auffallen, sei’s positiv sei’s negativ. Einige Punkte habe ich hier für euch zusammen gefasst. Einige Punkte haben wir dann auch gleich in eine Wunschliste aufgenommen (s.u.).

Pro Contra
 handliches übersichtliches Gehäuse  Trainingsseiten nur mit Sigma Data Center konfigurierbar
 Akku reicht nahezu ewig  Daten auf dem ROX werden beim Firmware-Update komplett gelöscht
 Vielzahl von möglichen Anzeigefeldern  Anschluss an PC nur mit mitgeliefertem USB-Kabel möglich
 Sigma HR Transponder mit z.B. Garmin Brustgurten kompatibel  Kabel viiiiel zu kurz (ca. 15.cm)
 Tachohalterung mit Halterungen anderer Hersteller kompatibel  Kopplung mit dem Smartphone seeehr zäh

Fazit

Als Computer am Rad würde ich den Sigma GPS ROX 11.0 jeder Zeit einsetzen. Er ist schön kompakt und braucht nicht viel Platz. Da ich aber auch Wert darauf lege, die gesammelten Daten anschließend auszuwerten, lässt meine Begeisterung deutlich nach. Die Kopplung mit dem Smartphone war doch sehr widerspenstig und auch das Überspielen der Daten ins Sigma Data Center war nicht wirklich prickelnd, da das mitgelieferte USB-Kabel einfach zu kurz war und keins der zahlreichen bei uns benutzten Kabel in die enge Führung am ROX gepasst hat.

Die Autostopp Funktion hat mich mehrfach auf’s Kreuz gelegt. Bei längeren Touren hat sie den Computer bei der Rast abgeschaltet. Dann musste ich gelegentlich wieder neu einschalten. Da das den einen oder anderen Kilometer gedauert hat, hat’s dann entsprechend ein Loch in der Aufzeichnung gegeben. Schade 🙁

Im Übrigen fand ich es störend, dass ich die Daten nicht meiner Lieblingsdatensammlung unter Sporttracks einverleiben konnte, weil es kein harmonisches Datenformat gab. Von daher hat der Sigma GPS ROX 11.0 besonders in der Nachverarbeitung deutliches Verbesserungspotential.

Fazit 2

Also, noch mehr Spaß würde mir der Sigma ROX GPS 11.0 machen, wenn meine Wunschliste mehr oder weniger vollständig implementiert würde 😉

Anhang

Wunschliste

Die Tests des Sigma GPS ROX 11.0 haben so manche Wünsche geweckt, die ich hier einfach mal auflisten will. Die Reihenfolge beinhaltet keine Priorität.

Wünsche
Automatisches Upload auf’s Smartphone
Profileinstellungen direkt auf dem ROX
längeres USB-Kabel
8 Felder pro Bildschirm
stabile, schnelle Kopplung mit Sigma Link
Anzeige des Di2 Schaltmodus/ bevorstehender Shift-Vorgänge
unterschiedlich große Gummiringe zur Befestigung des Sensors
Computerhalterung mit Gummiringen statt Kabelbindern befestigen
Abkürzungen für Himmelsrichtungen Deutsch
Bei Berechnung von Anzeigewerten runden (Übersetzungsverhältnis)
keine Löschung der Daten bei Softwareupdate
Auswahl eines gängigeren Datenformats

Liste der konfigurierbaren Anzeigewerte

Geschwindigkeit
Durchschnittliche Geschwindigkeit
Maximale Geschwindigkeit
Strecke
Trainingszeit
Dauer
Kalorien
Uhrzeit
Datum
Temperatur
Minimale Temperatur
Maximale Temperatur
Höhe
Steigung in %
Steigrate in m/min
Grafisches Höhenprofil
Höhenmeter Bergauf
Maximale Höhe
Strecke Bergab
Trainingszeit Bergauf
Durchschnittliche Geschwindigkeit Bergauf
Durchschnittliche Steigrate Bergauf
Maximale Steigrate Bergauf
Durchschnittliche Steigung Bergauf
Maximale Steigung Bergauf
Höhenmeter Bergab
Strecke Bergab
Trainingszeit Bergab
Durchschnittliche Geschwindigkeit Bergab
Durchschnittliche Steigrate Bergab
Maximale Steigrate Bergab
Durchschnittliche Steigung Bergab
Maximale Steigung Bergab
GPS Genauigkeit
Batterie Kapazität (in %)
Zeit bis zum Ziel
Voraussichtliche Ankunftszeit
Strecke bis zum Ziel
Fahrtrichtung
Trackansicht
Anzahl Automatische Runden
Zeit in Automatischer Runde
Strecke in Automatischer Runde
Durchschnittliche Geschwindigkeit in Automatischer Runde
Max. Geschwindigkeit in Automatischer Runde
Kalorien in Automatischer Runde
Durchschnittliche Höhe in Automatischer Runde
Maximale Höhe in Automatischer Runde
Höhenmeter Bergauf in Automatischer Runde
Höhenmeter Bergab in Automatischer Runde
Durchschnittliche Steigung in Automatischer Runde
Durchschnittliches Gefälle in Automatischer Runde
Durchschnittliche Steigrate in Automatischer Runde
Durschnittliche Fallrate in Automatischer Runde
Rundenanzahl
Zeit in Runde
Strecke in Runde
Durchschnittliche Geschwindigkeit in Runde
Max. Geschwindigkeit in Runde
Kalorien in Runde
Durchschnittliche Höhe in Runde
Maximale Höhe in Runde
Höhenmeter bergauf in Runde
Höhenmeter bergab in Runde
Durchschnittliche Steigung in Runde
Durchschnittliches Gefälle in Runde
Durchschnittliche Steigrate in Runde
Durchschnittliche Fallrate in Runde
Durchschnittliche Balance in Runde
Durchschnittliche Leistung in Runde
Durchschnittliche Leistung in letzter Runde
Maximale Leistung in Runde
NP in Runde
NP in letzter Runde
Durchschnittliche Trittfrequenz in Runde
Max. Trittfrequenz in Runde
Durchschnittliche Herzfrequenz in Runde
Maximale Herfrequenz in Runde
Pedalierzeit in Runde
Pedalier Index in Runde
Rundenliste
Durchschnittliche Balance in Automatischer Runde
Durchschnittliche Leistung in Automatischer Runde
Durchschnittliche Leistung in Letzter Autom. Runde
Maximale Leistung in Automatischer Runde
NP in Automatischer Runde
NP in letzter Automatischer Runde
Durchschnittliche Trittfrequenz in Automatischer Runde
Maximale Trittfrequenz in Automatischer Runde
Durchschnittliche Herzfrequenz in Automatischer Runde
Maximale Herzfrequenz in Automatischer Runde
Pedalierzeit in Automatischer Runde
Pedalier Index in Automatischer Runde
Autorundenliste
Pedalierzeit
Pedalier Index
Balance
3 Sec – Durchschnitt Balance
10 Sec – Durchschnitt Balance
30 Sec – Durchschnitt Balance
Durchschnittliche Balance
Pedal Smoothness
Leistung
Leistung in % FTP
Durchschnittliche Leistung
3 Sec – Durchschnitt Leistung
10 Sec – Durchschnitt Leistung
30 Sec – Durchschnitt Leistung
Intensity Factor®(IF)
Maximale Leistung
Leistung in KJ
Normalized Power®(NP)
Training Stress Score®(TSS)
Leistungsverhältnis Watt/kg
Leistungszonen
Torque Effectiveness (–% / –%)
Leistungszielzone
Di2 Batterie Status
Entfaltung
Di2 Kettenblatt
Di2 Übersetzung
Di2 Gänge
Di2 Ritzel
Herzfrequenz
Durchschnittliche Herzfrequenz
Maximale. Herzfrequenz
Minimale Herzfrequenz
% HFmax
Durchschnittliche % HFmax
Zonenbalken (HF/CAD/SPD)
Intensitätszonen
HF Graph
Trittfrequenz
Durchschnittliche Trittfrequenz
Maximale Trittfrequenz
Durchschnittliche Entfaltung
Durchschnittliche Entfaltung Bergauf
Durchschnittliche Entfaltung Bergab

 

Link zur Bedienungsanleitung

Die vollständige Bedienungsanleitung findet ihr im  ROX GPS 11.0 USER GUIDE.

Über den Autor

Klaus

Im August 2017 habe ich mit Dominik Rund ums Rad übernommen. Seit dem kümmere ich mich um die Beschaffung von Testmaterial sowie um die vertraglichen und juristischen Aspekte unseres Blogs.

Ich bin am liebsten auf dem Rennrad und im Sommer auf dem Triathlonrad unterwegs. Aber auch für längere Gepäcktouren steht ein passendes Rad bereit.

Mein Faible für allerlei technische Spielereien sollte inzwischen allgemein bekannt sein

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