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Starkenburg RTF: Im geschlossenen Verband durch den Odenwald

Am 17.5.2015 war es wieder so weit. Der VC Darmstadt und Citybike veranstalteten die Starkenburg RTF von Darmstadt auf unterschiedlichen Routen durch den Odenwald zurück nach Darmstadt. Und das Ganze im geschlossenen Verband mit unterschiedlichen Durchschnitts Geschwindigkeiten.

Hier unser Bericht.

Starkenburg-RTF: Einrollen zwischen Semd und Richen  **

Starkenburg-RTF: Einrollen zwischen Semd und Richen **

Vorgeschichte

Schon seit einigen Jahren veranstalten der Darmstädter VCD sowie die Firma Citybike die Starkenburg RTF. Das Angebot reicht von 119 km mit ca. 1.400 Höhenmetern und einem geplanten Schnitt von 24 km/h bis zu 222 km mit 3.800 Höhenmetern und einem geplanten Schnitt von 28 km/h. Das Streckenangebot ist über die Jahre immer wieder erweitert worden. Aktuell sind 11 Gruppen auf den Strecken 119 km, 169 km, 201 km und 222 km unterwegs. Man stellt sich leicht vor, dass das Ganze nur mit generalstabsmäßiger Planung funktionieren kann.

Planung

Die Planung läuft sicher kontinuierlich und ab Ostern geht es dann auf die Vortouren. Hier werden die jeweiligen Routen in Augenschein genommen und ggf. Umplanungen wegen Baustellen vorgenommen. Und natürlich werden die Tourenbücher angepasst. Eine Fahrt in 11 Gruppen heißt auch entsprechend viele Freiwillige suchen (und finden), die die Gruppen führen bzw. am Schluss der Gruppe mit fahren und dafür sorgen, dass keiner verloren geht. Man braucht also leicht 30, am besten 40 Guides, die sich informieren und auch in der Lage sind z.B. die Geschwindigkeit zu kontrollieren.

Vorbereitung

Am Veranstaltungstag geht’s dann mitten in der Nacht mit der Logistik los. Verpflegung verladen, die an die ausgeguckten Verpflegungsstationen im Odenwald gebracht wird. Parallel dazu werden am Startort ähnliche Vorbereitung getroffen und natürlich die Startlisten und die Startnummern bereit gelegt.

Wenn’s schief geht, sind auch kurz vor der Abfahrt noch Krankmeldungen einzelner Guides zu kompensieren. Wenn die Teilnehmer endlich anrücken, sind die Organisatoren und ihre Helfer schon ziemlich müde. Und trotzdem muss der eine oder andere noch eine der Gruppen führen.

Unsere Tour

Starkenburg-RTF: Route *

Starkenburg-RTF: Route *

Starkenburg-RTF: Höhenprofil *

Starkenburg-RTF: Höhenprofil *

Ich bin dieses Jahr die 119 er Strecke mit Schnitt 26 km/h gefahren. Ich habe gar nicht gezählt, aber die Gruppe war sicher um die 30 Personen stark.

Mit ein oder zwei Minuten Verspätung gingen wir als letzte Gruppe auf die Piste. Die Anfahrt über Roßdorf, Groß- und Klein-Zimmern, Semd und Richen nach Klein-Umstadt verlief unspektakulär und war zum Einrollen perfekt geeignet. In Klein-Umstadt ging es dann in die erste Steigung zu den Windmühlen oberhalb von Groß-Umstadt. Die Windmühlen waren bald erreicht und wir hatten, nahezu unbemerkt, die ersten 30 km absolviert.

Auf der folgenden Abfahrt wurde diszipliniert gefahren und nach einem weiteren kleinen Anstieg und der entsprechenden Abfahrt hatten wir kurz hinter Hainstadt bei km 41 unsere erste Verpflegungsstelle erreicht. Ausreichend Getränke, lecker Streuselkuchen, das war doch ein nettes zweites Frühstück.

Starkenburg-RTF: Mümlingtal-Radweg  **

Starkenburg-RTF: Mümlingtal-Radweg **

Starkenburg-RTF Mittagsrast in Mossautal **

Starkenburg-RTF Mittagsrast in Mossautal **

Durch Höchst ging es zum Mümlingtalradweg, dem wir gute 10 km folgten. Der Weg ist landschaftlich teilweise wunderschön, für eine große Gruppe allerdings reichlich eng und bei Gegenverkehr auch nicht ungefährlich. Einige harmlose Spontan-Abstiege vom Rad verliefen aber ohne weitere Folgen. Bei Zell verließen wir den Radweg und begannen den nächsten Anstieg, der uns am Ende nach Mossautal führte. Die gewohnte „Raststätte“, das Restaurant der Schmucker Brauerei war leider geschlossen, aber wir haben gleich um die Ecke Asyl für unsere Mittagsrast bei km 67 gefunden. Mehr als die Hälfte der Strecke lag schon hinter uns und mit Nudelsalat, Tomaten, Gürkchen, Fleischwurst und natürlich Streuselkuchen wurde eine ausreichende Grundlage für die Weiterfahrt gelegt. Nach der Mittagspause gab es noch die Gelegenheit in die langsamere Gruppe 119/24 zu wechseln (oder auch umgekehrt).

Starkenburg-RTF auf dem Weg nach Weschnitz **

Starkenburg-RTF auf dem Weg nach Weschnitz **

In Wellen ging es zum nächsten Aufstieg nach Weschnitz, von da ins Tal nach Krumbach. Dann begann der vorletzte Anstieg über das Gumpener Kreuz nach Winterkasten. Da mussten wir noch mal ein paar Kilometer mit einer deutlichen Steigung überwinden, bevor es über eine letzte Bergschulter bergab in Richtung Kolmbach ging. Kurz hinter Kolmbach gab es eine letzte Rast mit Verpflegung, bevor es dann auf die letzten 30 km der Strecke durchs Modautal und über die Neutscher Höhe nach Darmstadt ging.

Ab Kolmbach hatte das Ganze schon etwas von einer wilden Jagd, da die neuen Führungsfahrer hinter Kreuzungen und Einmündungen immer ziemlich schnell auf Tempo kamen. Am Schluss der Gruppe hatte man dann schon eher das Problem, den Anschluss zu halten. Aber da sich die meisten Mitfahrer einigermaßen auskannten, wäre das jetzt kein Problem mehr gewesen. Nach einer letzte wilden Abfahrt nach Waschenbach, wo dann auch mein Tacho knapp 70 km/h gezeigt hat, ging es ab Eberstadt wieder gesammelt zur Radrennbahn nach Darmstadt, wo eine tolle RTF ihren Abschluss fand.

Starkenburg-RTF: Alle wieder zurück **

Starkenburg-RTF: Alle wieder zurück **

Statistik: 123,1 km, 4:40 Stunden Fahrtzeit, 1.393 Höhenmeter lt. Garmin

Fazit

Die Starkenburg RTF ist eine ganz tolle Veranstaltung, an der ich immer wieder gerne teilnehme, eben meine Lieblings-RTF. Alles ist perfekt organisiert und alle Helfer sind mit vollem Einsatz dabei. Deshalb mein Dank an alle, die zu diesem perfekten Tag beigetragen haben. Und natürlich:

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr

Ein paar ketzerische Bemerkungen

An die Autofahrer

Geschlossene Verbände bewegen sich nach definierten Regeln im Straßenverkehr. Ab einer gewissen Größe müssen sie z.B. zu zweit nebeneinander fahren. Sicher kostet es Zeit ein größeres Rudel zu überholen. Aber einen oder mehrere Radler in den Graben zu pusten, kostet noch viel mehr Zeit. Wir wissen dass Autos eine Hupe haben, ihr müsst es uns nicht ständig neu beweisen.

An die Mitfahrer

Je disziplinierter im geschlossenen Verband gefahren wird, desto sicherer für alle Beteiligten. Fahren in der dritten Reihe ist Sch… und das ständige Einbremsen gefährdet alle, die noch hinten dran fahren.  Wie Peter ganz zu Anfang sagte: Wir fahren kein Rennen. Der eine oder andere hat’s zumindest zeitweilig vergessen.

Handzeichen weiter geben ist ein absolutes Muss. Wenn die Zeit nicht reicht, kann man auch mal rufen. Der Hintermann wird es euch zu danken wissen.

* Route und Höhenprofil sind mit Sporttracks aufbereitet
** © by Peter Bulmahn

Über den Autor

Klaus

Im August 2017 habe ich mit Dominik Rund ums Rad übernommen. Seit dem kümmere ich mich um die Beschaffung von Testmaterial sowie um die vertraglichen und juristischen Aspekte unseres Blogs.

Ich bin am liebsten auf dem Rennrad und im Sommer auf dem Triathlonrad unterwegs. Aber auch für längere Gepäcktouren steht ein passendes Rad bereit.

Mein Faible für allerlei technische Spielereien sollte inzwischen allgemein bekannt sein

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